ERM

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Das ERM (engl. Entity-Relationship-Model) oder ER-Modell definiert die Datenelemente (engl. entity) mit ihren Attributen, die in einem Datenbanksystem gespeichert werden sollen, sowie die Beziehungen (engl. relationship) zwischen diesen Datenelementen. ER-Modelle bieten eine relativ leicht verständliche grafische Notation für konzeptionelle Datenbankentwürfe. Diese Entwürfe definieren, welche Dinge der realen Welt in einem Informationssystem dargestellt werden müssen. Die ER-Modelle sind unabhängig von einem bestimmten Datenbankverwaltungssystem und können prinzipiell mit verschiedensten Realisierungen von Datenbankverwaltungssystemen umgesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Begriffe

  • Gegenstand oder Entität (Entity): Objekt des zu modellierenden Problembereichs. Eine Entität kann ein physisches oder auch ein immaterielles Objekt der realen Welt darstellen (z.B. Auto, Beamter, Buch).
    • Entitätstyp: kategorisiert gleichartige Entitäten. Zu einem Entity-Typ gehören Entitäten die sich durch die gleichen Eigenschaften (Attribute) beschreiben lassen.
      • schwacher Entitätstyp: Entitätstyp kann nicht sinnvoll für sich alleine stehen, ist auf Beziehung zu anderen Entitätstypen angewiesen.
  • Beziehung (Relationship): Beziehung zwischen Entitätstypen, die aus Problemstellung oder Aufgabenbeschreibung hervorgeht.
    • identifizierender Beziehungstyp: Beziehung zwischen schwachen und starken Entitätstypen
    • Kardinalitätsverhältnis: drückt den Grad einer Beziehung aus und besagt, wie viele Entities eines beteiligten Entitätstyps mit wie vielen Entities der anderen beteiligten Entitätstypen in Beziehung treten können. Dabei sind folgende Unterscheidungen für Beziehungstypen zwischen zwei Entitätstypen möglich:
      • 1:1-Beziehung: eine Entität aus A darf zu einem Zeitpunkt genau eine Beziehung zu einer Entität aus B haben
      • 1:n-Beziehung: eine Entität aus A darf zu einem Zeitpunkt genau eine oder mehrere Entitäten aus B zugeordnet sein, einer Entität aus B darf genau eine Entität aus A zugeordnet sein.
      • n:m-Beziehung: einer Entität aus A darf zu einem Zeitpunkt genau eine oder mehrere Entitäten aus B zugeordnet sein, einer Entität aus B können ebenfalls eine oder mehrere Entitäten aus A zugeordnet sein.
  • Attribut: beschreibt ein Merkmal von einer Entität; es besitzt einen Namen und einen Wert
    • zusammengesetztes Attribut: wird durch Kombination von mehreren Attributen gebildet (z.B. das Attribut Adresse aus Straße, PLZ und Ort)
    • einfaches Attribut: besitzt einen einfachen Wertebereich
    • mehrwertiges Attribut: ein Entitätstyp kann mehrere dieser Merkmale besitzen

ER-Diagramm

Darstellung

Die grafische Notation eines ER-Modells wird ER-Diagramm genannt. Es gibt verschieden Darstellungsformen für die einzelnen Elemente eines ER-Diagramms, so gibt es beispielsweise die Notation nach Chen (Peter Chen-Entwickler der ER-Diagramme) oder die Bachmann-Notation nach Charles Bachmann. Als heutiger Standard zählt die UML-Notation. All diese Verschiedenen Darstellungsformen weisen geringe Unterschiede auf, jedoch bleibt die Kernaussage der ER-Diagramme nahezu identisch.

Die Elemente von ER-Diagrammen werden wie folgt dargestellt:

Bild:Notation.jpg

Quelle: Skript zur Vorlesung "Datenbanken und Informationsmanagement" von Prof. Grebner

Beispiel für ein ER-Diagramm:


Vorgehensweise

Ist die Anforderungsanalyse abgeschlossen, kann das konzeptionelle Schema der Datenbank mit dem ER-Modell entworfen werden. Dabei kann folgende Vorgehensweise gewählt werden:

1. Grober Entwurf des ER-Modells:

  • aufgrund der Problembeschreibung wird ein grobes ER-Diagramm erstellt
  • Beziehungen werden durch Verbindungen der Entitätstypen angedeutet und durch einfache Linien dargestellt
  • Die Art der Beziehung wird eingetragen

2. Verfeinerung des ER-Modells:

  • die Attribute für Entitätstypen und Beziehungstypen werden definiert
  • Kardinalitäten und strukturelle Bedingungen in Beziehungstypen werden hinzugefügt

Literatur

  • Grundlage von Datenbanksystemen; R Elmasri, S.B. Navathe; Addison Wesley; 2002
  • Datenbanksysteme; T. Connolly, C. Begg, A. Strachan; Addison Wesley; 2002
  • Datenbanken: Theorie, Entwurf und Programmierung relationaler Datenbanken; M. Schubert, Teubner; 2004