Entscheidungstabelle

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Entscheidungstabellen dienen der übersichtlichen Darstellung von komplexen Entscheidungsregeln. Sie leiten aus Bedingungskombinationen Ergebnisse bzw. Entscheidungen ab.


Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Eine Entscheidungstabelle besteht aus einer Sammlung von Bedingungen und Aktionen. Je Bedingungen und je Aktion wird eine Zeile in der Tabelle angelegt. Eine Bedingung kann zutreffen oder nicht zutreffen. Aus den möglichen Kombinationen der Bedingungen ergibt sich eine Anzahl von Spalten. Aus einer Kombination aus Bedingungen kann man Aktionen herleiten/bestimmen. Diese Kombinationen bezeichnet man, in Verbindung mit den entsprechenden Aktionen, als Regeln.

Beispiel

EntscheidungstabelleRegel 1Regel 2Regel 3Regel 4
Bedingung 1wahrwahrfalschfalsch
Bedingung 2wahrfalschwahrfalsch
Aktion 1durchführennicht durchf.durchführennicht durchf.
Aktion 2durchführendurchführennicht durchf.nicht durchf.


Komplexe Entscheidungstabellen

Treffen auf zwei unterschiedliche Bedingungskombinationen die gleichen Aktionen zu, lassen sich diese beiden Regeln zu einer Regel zusammenfassen. Man spricht jetzt von komplexen Entscheidungstabellen. Anders gesprochen bedeutet dies, dass eine der Bedingungen für die Bestimmung der Aktionen nicht relevant ist. Sie wird durch einen Irrelevanzanzeiger ersetzt.

Beispiel

Komplexe EntscheidungstabelleRegel 1Regel 2Regel 3
Bedingung 1wahrwahrfalsch
Bedingung 2wahrfalsch -
Aktion 1durchführennicht durchf.nicht durchf.
Aktion 2durchführendurchführennicht durchf.


Erweiterte Entscheidungstabellen

Bei erweiterten Entscheidungstabellen begrenzen sich die Bedingungen und Aktionen nicht nur auf die Werte Wahr oder Falsch bzw. durchführen oder nicht durchführen. Sie können einen Bereich von Werten annehmen. Beispielsweise eine Temperatur als Bedingung kann in einem Bereich von -10 C° bis +10 C° liegen. Oder eine Anzahl Wiederholungen (Beispielsweise beim löschen von Daten auf einem Speichermedium) zwischen 1 und 5 als Aktion.

Beispiel

Erweiterte EntscheidungstabelleRegel 1Regel 2Regel 3Regel 4
Temperatur<10<10>10>10
Frostwahrscheinlichkeit<0.5>0.5>0.5<0.5
Pflanze abdeckendurchführennicht durchf.durchführennicht durchf.
Pflanze nach innennicht durchf.durchführennicht durchf.nicht durchf.


Gemischte Entscheidungstabellen

Bei gemischten Entscheidungstabellen sind sowohl Bedingungen und Aktionen welche die Werte Wahr oder Falsch annehmen können als auch solche welche einen Bereich von Werten annehmen können erlaubt.

Beispiel

Gemischte EntscheidungstabelleRegel 1Regel 2Regel 3
Temperatur<10<10>10
Pflanze Temperaturempf.wahrfalsch -
Pflanze abdeckendurchführennicht durchf.nicht durchf.
Pflanze nach innendurchführendurchführennicht durchf.

Wie kommt man eigentlich auf die Anzahl der Regeln? Bei einer normalen Entscheidungstabelle einfach nur 2 hoch X

ELSE-Regel

Für den Fall das bei mehreren Bedingungskombinationen immer dieselben Aktionen durchgeführt werden, können diese Bedingungskombinationen unter einem Punkt (also in einer Spalte in der Entscheidungstabelle, sozusagen als „Sonstiges“) zusammengefasst werden. Jede Entscheidungstabelle kann nur eine „ELSE-Regel“ enthalten. Dieser Vorgang wird auch als formale Aufteilung bezeichnet. Hierdurch wird die Tabellen in ihrem Umfang reduziert und es wird verhindert dass Bedingungskombinationen nicht behandelt werden. Das heißt die Tabelle ist vollständig und frei von Redundanz. Dies birgt allerdings auch die Gefahr dass Bedingungskombinationen vergessen werden und dann die unter Umständen falsche Aktion ermittelt wird.

Beispiel

ELSE-EntscheidungstabelleRegel 1Regel 2Else
Temperatur<10<10
Pflanze Temperaturempf.wahrfalsch
Pflanze abdeckendurchführennicht durchf.nicht durchf.
Pflanze nach innendurchführendurchführennicht durchf.


Umsetzung in Programmstrukturen

Entscheidungstabellen lassen sich sehr einfach in Programmstrukturen (verschachtelte Bedingungskombinationen) umsetzen. So kann der Prozess der Entscheidungsfindung (teilweise) automatisiert werden bzw. Entscheidungsprozesse leicht kontrollierbar und nachvollziehbar abgearbeitet werden. Durch einen Wizard kann so beispielsweise die Einhaltung bestimmter Regeln im Entscheidungsprozess erzwungen werden.