Finanzportale für Firmenkunden (B2B)

aus www.iwiki.de, der freien Wissensdatenbank

Inhaltsverzeichnis

Finanzportal oder Website

Definition Internetportal allgemein

Ein Internetportal ist die Einstiegs- und Navigationsseite für das World Wide Web (WWW), auf der alle relevanten Funktionen und Informationen für die Nutzung bereitgestellt werden. Der allgemein angebotene Funktionsumfang umfasst in aller Regel Suchfunktionen über eine Suchmaschine, ein aktuelles Informationsangebot, Kommunikationsdienste wie E-Mail oder Kurznachrichtendienst (SMS), Adressen-Verzeichnisse, elektronische Marktplätze (EM) und private Services wie Kalender, Homepages und E-Mail-Vorschläge. Als personalisierte Einstiegs-Websites verweisen Portale auf alle erforderlichen Inhalte, die die entsprechende Zielgruppe in die Lage versetzen, am Informationstransfer und E-Business zu partizipieren. (Zitat von IT-Wissen.info) Dies ist ein Versuch einer Definition was ein Portal ist. Es gibt viele verschiedene Definitionsversuche, die lediglich gemein haben, dass Internetportale themenbezogene Einstiegspunkt ins Internet sind, die versuchen regelmäßig benötigte Dienste zu bündeln und Informationen zur Verfügung stellen.

Definition Finanzportal

Definition nach Bauer/Hammerschmidt

BAUER/HAMMERSCHMIDT sehen Finanzportale als Internetportale, die
(1) alle Phasen des Customer Buying Cycle eines Finanzgeschäfts auf der Portalseite abbilden (Integration der 4 Internetgeschäftsmodelle nach WIRTZ: Context, Content, Communication und Commerce),
(2) selbst als Anbieter auftreten, sowie
(3) eine Aggregation von Leistungen fremder Anbieter durch strategische Kooperationen vornehmen und
(4) die Möglichkeit einer Personalisierung der Portalfunktionen nach individuellen Anwenderbedürfnissen bieten.

Definition nach Cocca et. Al.

COCCA ET. AL. definieren ein ideales Finanzportal als "eine unabhängige Web-Site, die den Zugang zum Gesamtmarkt durch internetbasierte Such- und Vergleichsfunktionen bietet und die Durchführung von Online-Finanz-Transaktionen über mehrere Anbieter und Schnittstellen ermöglicht". Idealerweise bietet es "alle Produkte aller Produzenten" an, ohne eigene Produkte herzustellen und stellt den Nachfragern die Möglichkeit bereit, "die bankbetriebliche Wertschöpfungskette" frei zusammenzustellen.

Durch diese beiden unterschiedlichen Definitionsversuche sieht man schon, dass es keine einheitliche wissenschaftliche Definition des Begriffs Finanzportal gibt. Hier wird im ersten Definitionsversuch die vertikale Integration erfüllt und Online-Transaktionen unterstützt. Vertikale Integration bedeutet, dass mehrere Stufen der nachfragerseitigen Wertschöpfungskette ohne Medienbrüche von der Portalseite her durchlaufen werden können. Bauer/Hammerschmidt fordern nicht, dass Portale auch eine horizontale Integration übernehmen müssen, schließen es aber nicht aus. Dadurch ist es denkbar, dass Unternehmen Finanzportale nur mit ihren eigenen Produkten betreiben (Unternehmensportale). Als Finanzportale werden hier nur Internetseiten verstanden, deren Betreiber auch wirklich als Anbieter auftritt.

In der zweiten Definition handelt es sich um wirkliche Kundenportale, die verschiedene Anbieter horizontal integrieren. Es wird trotzdem wiederum gefordert, dass Online-Transaktionen unterstützt werden. Eine horizontale Integration entspricht einem Produkt- und Anbietervergleich, das heißt, es werden verschiedene Produkte von verschiedenen Anbietern mit einander verglichen. Werden entweder nur Produkte einer einzelnen Sparte oder nur Produkte eines einzelnen Unternehmens angeboten, so ist die Seite nicht horizontal integriert.

statische Webseite

Bei einer statischen Website hängt der Informationsgehalt sehr stark von der Aktivität des Webseitenbetreibers ab, da dieser die Seite manuell bearbeiten und aktuell halten muss.

Unterschiede Portal/Website

Der grundsätzliche Unterschied zwischen einer statischen Website und einem Portal ist die Aktualität der Informationen. Wird innerhalb eines Portals eine Anbindung an das Börsensystem geschaffen, so können zum Beispiel Börsenkurse in Echtzeit angezeigt werden. Ein Portal kann immer auf Ansprüche der Nutzer personalisiert werden. So werden einem Nutzer auch gleich zu Beginn die Informationen angezeigt, die für ihn relevant sind. Sucht er nach Informationen, die für ihn bisher noch nicht relevant waren, so kann er das auf der Portalseite natürlich auch tun. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass statische Webseiten immer nur der Informationsgewinnung dienen können. Portale hingegen können sowohl der Informationsgewinnung als auch der Informationsverarbeitung dienen. So ist bei einem Finanzportal, wie oben geklärt, ja immer die Online-Transaktion, also Grundfunktion, gefordert. Fehlt diese Online-Transaktionsmöglichkeit, so ist das Portal lediglich noch ein Informationsportal. Auf einem solchen Informationsportal kann man benötigte Informationen zu einer Finanzdienstleistung finden, aber zum Abschluss kann nicht online geschehen.

Unterscheidungen

Man kann unter den Finanzportalen verschiedene Geschäftsmodelle und Marktansätze unterscheiden.

nach Marktansätzen

Interaktions-Push oder Pull-Marktansatz

Dieser Marktansatz ist ein Nachfrage orientierter Ansatz und hat vorrangig das Ziel Neukunden zu gewinnen. (Sales&Marketing)

Kollaborativer Ansatz

Dieser Marktansatz beabsichtigt bei bestehende Kunden über eine Vernetzung mit der Wertschöpfungskette die Bindung über Cross-Selling zu erhöhen.


Spezialisierungsgrad

Hier gibt es Segmentspezialisten, die nur einen speziellen Prozess unterstützen oder eine bestimmte Produktart in vollem Umfang anbieten. Und es gibt die Generalisten, die in einer Vielzahl von verschiedenen Produktbereichen aktiv sind und eine entsprechende organisatiorische Integration aufweisen.


nach Geschäftsmodellen

  • Virtual Branch: Stellt eine alternative Filiale im Netz dar. Hier wird die komplette Palette der standardisierten Finanzdienstleistung über den direkten Vertriebskanal angeboten. Die Servicetiefe ist sehr flach und verbreitert duch Mehrwertdienste, z.B. rund ums Büro, Reisen. Betreiber für dieses Geschäftsmodell sind in der Regel bankabhängige Betreiber.
  • Shopping Center: Finanzdienstleistungs-Marktplatz-Modelle tendenziell bankunabhängiger Betreiber, die bei Anbieter- und Produktauswahl rund um spezielle Finanzierungsthemen helfen und das Geschäft weitervermitteln
  • Compagnon: Spezialisiertes Â»Yahoo!- Finance« für den Mittelstand, das sich auf das berufliche Umfeld eines CFO und die entsprechenden Funktionen der Arbeitsumgebung fokussiert. Der Nutzer ist den ganzen Tag über in dieses Portal eingeloggt.
  • Process Support: Spezialportale, die einen bestimmten Finanzierungsprozess besonders gut beherrschen (z. B. WIT Capital für Corporate Finance-Aktivitäten) oder durch eine multibankfähige Verbindung mit den Systemen des Mittelständlers eine starke Kundenbeziehung bewirken
  • Service Center: Lösungsgetriebenes Finanzportal, das eine Vielzahl von vertikalen Finanzdienstleistungslösungen anbietet (Cash & Treasury, Risk Management, Credit & Leasing, Pensions, Investment Management, Insurance etc.), und gleichermaßen in die Prozesse des Firmenkunden und die Vertriebswege der Bank integriert ist.


Vorteile

Ein Finanzportal hat viele Vorteile sowohl für die Bank, also auch für den Kunden.

Vorteile für Kunden

Insbesondere das Angebot an Informationen, Transaktionen und die ständige Verfügbarkeit des Finanzportals (24x7) ist ein Vorteil für viele kleinen und mittelständischen Kunden. Der Kunde kann über den online Weg seine Bankgeschäfte rund um die Uhr zu günstigeren Konditionen erledigen.

Vorteile für Banken

Kosten für standardisierte Finanzdienstleistung sinken, da diese dann in der Regel vom Kunden online erledigt werden. Berater werden entlastet, da sie sich nur noch selten um einen einfachen Regelfall kümmern müssen und haben dadurch mehr Zeit, sich um eine intensive Betreuung von beratungsintensiven Dienstleistungen zu kümmern.

Technik

Der Maktführer für Finanzportale im Internet ist die abaXX Technology AG in Stuttgart. Die Portalsoftware des Unternehmens wird unter anderem von der Dresdner Bank, der HypoVereinsbank und der Landesbank Baden-Württemberg genutzt. Die abaXX BPM Plattform bietet

  • vollständige und konsistente Abbildung aller Geschäftsprozess-Lebenszyklen (Modellierung, Automatisierung, Controlling, Optimierung),
  • größtmögliche Erweiterbarkeit sowie schnelle und flexible Reaktionen auf neue bzw. veränderte Anforderungen durch eine offene Architektur,
  • gesteigerte Effizienz und Kostenersparnis in Entwicklung und Betrieb durch die Verwendung vorgefertigter Standard-Funktionalität,
  • verkürzte Projektlaufzeiten und schnelle Projekterfolge durch kurze Einarbeitungsphasen und ausgereifte Technologie,
  • große Zukunftssicherheit durch beständige Innovation, stetige Orientierung an Industriestandards und Plattformunabhängigkeit,
  • verbesserte Kundenbindung bei gleichzeitiger Kostensenkung in der Kundenbetreuung durch den Einsatz von Self-Service-Technologien und
  • Funktionen für personalisier- und individualisierbare Benachrichtigung (z. B. Newsletter, SMS, E-Mail)..

Durch interaktives Modellieren der Prozesse steigt die Produktivität der Portalentwicklung und die Einarbeitungsphase von neuen Entwicklern verkürzt sich.

Bei der Dresdner Bank wird, wie schon erwähnt, die Portalsoftware der abaXX Technology AG eingesetzt. In dem System der Dresdner Bank wurden verschiedene bankinterne Lagacy Anwendungen mit Hilfe einer komponentenbasierten Application-Server-Architektur gemäß dem J2EE-Anwendungsmodell von Sun Microsystems auf Basis der Enterprise Javaveans. Im Komponenten Framework wird mit Standard-Schnittstellen gearbeitet. Hier wären zu nennen "JDBC", "MQ Series", "RMI/IIOP" und teilweiße auch XML-Datenstrukturen.

Auch die Geschäftspartner der Dresdner Bank sind mit ihren Application-Server an das System angeschlossen.

Portale

Die meisten Banken haben mittlerweile eigene Portale nur für Geschäftskunden oder ein Gesamtportal mit verschiedenen Einstiegspunkten. Hier ein paar kurze Beispiele für Finanzportale von verschiedenen Banken.

Dresdner Bank

Internetadresse: http://www.firmenfinanzportal.de
Es ist untergliedert in die Bereiche Cash Management, Treasury&Brokerage und eServices.

  • CashManagement:
    Hier findet der Kunde alles, was mit Online Zahlungen zu tun hat (Inlands- und Auslandüberweißung, Informationen zur Datenübertragung,...)
  • Tresury &Brokerage :
    Hier findet man den Bereich des onlineAktienhandels
  • eServices:
    Der Kunde findet hier, diverse Serviceleistungen, die nicht zum eigentlichen Funktion des Portales gehören, zum Beispiel Reisemanagemnt, Fortbildungsmaßnahmen, ...

Deutsche Bank

Internetadresse: http://www.deutsche-bank.de/pbc/content/geschaeftskunden-einstieg.html
Die Deutsche Bank untergliedet ihren Geschäftskundenbereich in :

  • Geschäftliche Zahlungsverkehr
  • Anlagelösungen
  • Finanzierung
  • Versicherungen und Vorsorge
  • Auslandsgeschäft

Sparkassen

Internetadresse: http://www.sparkasse.de/firmenkunden/index.html
Hier wird unterteilt in:

  • Finanzkonzept
  • Sichheit im Internet
  • Konten&Karten
  • Electronic Banking
  • Finazierung
  • Leasing
  • Anlage&Vermögen
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Arbeitszeitkonten
  • Versicherungen
  • Risikomanagement
  • Auslandsgeschäft
  • Existenzgründung
  • Unternehmensnachfolge
  • E-Commerce

Demozugänge

Auf manchen Portalen sind Demozugänge möglich.
Hier finden sie die Demozugänge der

Quellen

http://www.die-bank.de/index.asp?issue=102001&art=142
https://www.firmenfinanzportal.de/
http://www.golem.de/0007/8551.html
http://www.computerwoche.de/treffpunkt/anwender_des_jahres/524194/
http://www.unisg.ch/www/edis.nsf/wwwDisplayIdentifier/2823/$FILE/dis2823.pdf http://www.pressebox.com/pressemeldungen/abaxx-technology-ag/boxid-10878.html