Googles Versuche auf dem lokalen Werbemarkt Fuss zu fassen

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Im Bereich des Online-Marketing für lokalen Geschäftstätigkeiten, dem sogenannten Local Business, werden in Zukunft sehr hohe Wachstumsraten für Werbeausgaben erwartet. Die Inhaber der auf lokaler Ebene agierenden Unternehmen, meist klein- und mittelständische Unternehmen (auch KMU genannt), sind der Online-Welt gegenüber jedoch zumeist noch sehr verschlossen. Zahlreiche Gründe (siehe auch Herausforderungen des Local Business) hemmen den von der Werbewelt herbeigesehnten Wachstum.

Dieser Bericht soll verdeutlichen, mit welchen Maßnahmen ein großes Unternehmen wie Google in den USA versucht, die Gunst der KMUs zu gewinnen, denn die daraus zu gewinnenden Erkenntnisse können leicht modifiziert auch auf alle übrigen Märkte der Welt angepasst werden. Google fährt hierzu mehrere Strategien. Mit bisher recht zweifelhaftem Erfolg.

Inhaltsverzeichnis

Googles Strategien

Einstieg in traditionelle Werbebereiche

Google machte vor einiger Zeit Schlagzeilen, als sie versuchte, im 116 Milliarden Dollar schweren US-Markt für Werbung in Printmedien, TV und Radio einzusteigen. Bisher jedoch mit wenig bis gar keinem Erfolg. Vor allem der Werbemarkt im Printsektor hat es Google angetan, ist dieser laut Schätzungen von Analysten immerhin 46 Milliarden Dollar groß und vor allem im Zeitungsbereich hervorragend auf Werbung für lokale Unternehmen zugeschnitten.

Google versucht hierbei, seine im Web so erfolgreiche Strategie der inhaltlich angepassten Werbung auf die Offline-Medien zu übertragen und startete im Zeitungssektor Ende 2007 bereits seinen vierten Versuch, ähnlich wie im Online-Bereich mit AdWords und AdSense, Werbefläche mit zum Inhalt der Zeitung passenden Anzeigen zu füllen. Doch die großen Zeitungen bissen bisher nicht an.

Partnerschaft mit Gelbe-Seiten-Dienstleister

Als weitere Maßnahme zur Sicherung von lokalem Werbebudget nahm sich Google mit Verizon SuperPages.com einen Partner, um dadurch die Möglichkeiten dessen Verkaufskanäle mit dem eigenen riesigen Werbenetzwerk zu verbandeln.

SuperPages ist ein Teil des Verizon Information Services-Bereichs, ein 3,5 Milliarden Dollar Unternehmensbereich, welcher auf die Bereitstellung von Gelben Seiten und Einkaufsinformationen in gedruckter Form, über das Internet sowie via Mobilfunk-Provider spezialisiert ist. SuperPages allein verfügt über 16 Millionen gelisteter Unternehmen.

Verizon SuperPages sendet Handelsvertreter zu Unternehmen um diesen die oben genannen Werbemöglichkeiten im Print- und Onlinebereich anzubieten. Eine Aufgabe, die Google und andere große Suchmaschinenanbieter aus Gründen von Personalressourcen nicht bewerkstelligen können.

Die neuen Partner sehen sich als die treibende Kraft, um klein- und mittelständische Unternehmen online zu bekommen. Die Partnerschaft ist jedoch augenscheinlich noch immer nicht vollständig vollzogen.

Kooperation mit Small-Business-Software

Ein weiterer Deal ist die Ende 2006 geschlossene Partnerschaft mit Intuit Inc. Dieses Unternehmen ist der Entwickler der Buchhaltungssoftware QuickBooks, die in den Vereinigten Staaten vor allem unter klein- und mittelständischen Unternehmen einen sehr hohen Verbreitungsgrad hat.

Über die Integration diverser Google-Dienste als Komponenten in die neuen Versionen dieses Programms versucht man so, an die Unternehmen heranzukommen. So ist einer der zentralen Bestandteile der Software Googles AdWords-Manager, mit dem direkt aus QuickBooks 2007 heraus AdWords-Kampagnen erstellt und administriert werden können.

Google Local Business Referral-Initiative

Der aktuellste Coup den Google Mitte 2007 startete war die Einführung des Google Local Business Referral-Projektes. Ein Teil dieses Projekts ist die Rekrutierung von sogenannten Google Business Referral Representatives, welche dann vor Ort mit den ansässigen Unternehmen sprechen und sie davon zu überzeugen versuchen, im Online-Bereich aktiv zu werden.

Google Business Referral Representative kann dabei jeder werden. Einzige Vorraussetzung ist eine Digitalkamera, ein Internetzugang sowie die Fähigkeit Leute von einer Idee begeistern zu können. Ihre Aufgabe ist es, akkurate Daten über das Unternehmen zu sammeln. Dazu gehören die Öffnungszeiten, die Adresse sowie Telefonnummern, die Zahlungsarten, welche akzeptiert werden, usw. Weiterhin gehören ein bis zwei Fotos für den Eintrag in Google Maps dazu.

Der Vorteil für den Unternehmer liegt klar auf der Hand. Er bekommt einen kostenlosen Eintrag in Google Maps, mit dem er auch ohne eigene Website lokal online vertreten ist. Kunden können durch die gelisteten Daten Kontakt mit ihm aufnehmene, sich über die Öffnungszeiten informieren und sogar Empfehlungen aussprechen. Als weiterer Bonus erhält er ein Guthaben für AdWords, um ihm den Einstieg in die bezahlte Online-Werbung schmackhaft zu machen.

Auch als Google Business Referral Representative arbeitet man nicht umsonst. So gibt einem Google für jedes gemeldete Unternehmen bei Vollständigkeit der Daten 2 Dollar, werden die Daten dann vom Unternehmer des jeweiligen Geschäfts gegenüber Google verifiziert folgen weitere 8 Dollar. In einer Großstadt ein lukrativer Nebenverdienst.

Google versucht auf diese Weise das "Feet on the Street"-Geschäftsmodell der Branchenbuch-Vertreter zu kopieren und die oben erwähnte Mentalität der klein- und mittelständischen Unternehmer besser abzudecken. Durch die Rekrutierung von Vertretern, die keine festen Mitarbeiter von Google darstellen, ist auch das erwähnte Problem der mangelnden Personalressourcen gelöst. Bleibt abzuwarten, ob Google mit diesem Konzept erfolgreich sein wird.

Quellen


Autor: Steve Grünbauer