Last.FM – „scrobbeln“ wir nicht alle ein bisschen

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Last.FM ist ein personalisiertes Internetradio auf Web 2.0 Basis, das es erlaubt, nur die Musik zu hören, die man hören will. Anhand der Hörgewohnheiten werden einem Künstler und User des ähnlichen Genres empfohlen. Es bietet typische Social Networking Funktionen, welche die User zusammenführen sollen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte/Entwicklung

2002

Last.FM wurde 2002 von den Deutschen und Österreichern Felix Miller, Martin Stiksel, Michael Breidenbruecker und Thomas Willomitzer gegründet. Sie entwickelten damit ein Internetradio, das eine dynamische Wiedergabeliste auf Grund der Hörgewohnheiten der User generiert. Auf diese Weise soll der User das hören können, was er will. Schon damals gab es die „Love“ und „Ban“ Funktion, die es dem User erlaubte, sein Musikprofil individuell, durch ausschließen („Bannen“) bestimmter Songs anzupassen. Zusätzlich schufen sie eine neue Musik-Community.

2003

arbeiteten Audioscrobbler (Über das „scrobbel“ Verfahren wurden die Informationen der gehörten Songs an die eigene Datenbank gesendet) und Last.FM eng miteinander zusammen und teilten sich die gleiche Datenbank.

2005

fusionierte Last.FM mit Audioscrobbler und wurde zu dem heutigen Last.FM.

2006

wurde eine japanische und deutsche Version der Last.FM-Seite veröffentlicht.

2007

wurde Last.FM für 280 Millionen Dollar an CBS Corporation verkauft, es wurden Musikvideos eingeführt und Spiegel Online implementierte Last.FM in ihr Webangebot. Last.FM schloss einen Vertrag mit der Warner Music Group und Sony BMG darf seitdem alle lizenzierten Musiktitel als streambare Songs anbieten. Es werden derzeit ähnliche Verträge mit Universal und EMI ausgehandelt.

Mittlerweile fasst Last.FM Informationen über mehr als 80 Millionen Songs und 7 Millionen Künstlern aus allen Musikgenres in ihrer Datenbank. Davon können mehr als 1 Millionen Songs "gestreamt“, d.h. gehört werden. Last.FM wird von mehr als 15 Millionen Usern genutzt.

Nutzen/Funktionen

Registrierung

Die Registrierung ist kostenlos, man kann aber ein Abonnement abschließen um zusätzliche Funktionen frei zu schalten.

Profil

Als registrierter User hat man die Möglichkeit sein eigenes Musikprofil mit persönlichen Informationen zu erstellen und die typischen Social Networking Funktionen, wie Freundschaften eingehen, Gruppen beitreten oder Blogs führen, zu nutzen. All diese Funktionen werden stark von dem jeweiligen Musikgeschmack geprägt. So werden einem als „Nachbarn“ die User empfohlen, die ein ähnliches Hörverhalten aufweisen. Mit diesen kann man dann z.B. eine Freundschaft beginnen.

Radio und „scrobbeln“

Die zentrale Funktion von Last.FM ist das Internetradio und das „scrobbeln“. Das „scrobbeln“ überträgt Informationen über gerade gehörte Musik, wie Künstlername, Titel und Album an die interne Datenbank. Somit kann man sein eigenes Musikprofil individuell gestalten, da diese „gescrobbelte“ Musik direkt an das eigene Profil übertragen wird und dann in den internen Charts auftaucht. Somit kann Last.FM Informationen über einen User sammeln und ihm entsprechende Empfehlungen zur Verfügung stellen. Um Musik zu finden kann man entweder den Künstlernamen oder einen Tag angeben. Letzteres ist ein Schlüsselwort, das man selbst einem gehörten Lied zuweisen kann wie z.B. Hip Hop. Wenn bei dem Versuch, einen bestimmten Künstler abzuspielen im Player „Nicht genügend Inhalt" erscheint, kann das den Grund haben, dass Last.FM mehrere Titel eines bestimmten Künstlers nicht innerhalb einer gewissen Zeitspanne auf Grund bestimmter Radiolizenzen spielen darf. Ist gerade kein Lied von dem gesuchten Künstler im Internetradio verfügbar, dann wird nach einem „ähnlichen Künstler“ gesucht. Die Berechnung der „ähnlichen Künstler“ läuft folgendermaßen ab. Wenn mehrere Benutzer Künstler A hören, und ebenso oft Künstler B und Künstler C, werden diese als "ähnliche Künstler" wie A bezeichnet. Man kann das Radio entweder direkt im Internet über den FlashPlayer nutzen oder die kostenlose Last.FM Software dafür verwenden. Mit letzterer hat man die Möglichkeit, die Musik auf seinem Computer oder i-Pod zu „scrobbeln“. Dafür benötigt man dann jedoch ein passendes Plugin für den benutzten Audioplayer, mit dem man seine Musik anhört. Es können also auch Informationen der eigenen Lieder, die man besitzt an die Last.FM Datenbank geschickt werden. Wurde ein Künstler noch nicht „gescrobbelt“, werden diese Informationen an die Datenbank geschickt und sofern dieser vorhanden ist, auch zum Anhören angeboten. Somit werden täglich mehrere Millionen Titel „gescrobbelt“ und der Umfang der Datenbank wächst weiterhin. Über die Last.FM Software hat man zusätzlich weitere Möglichkeiten. So kann man Musik die man gerade hört „Empfehlen“, „Lieben“ oder „Bannen“. Gerade die „Bannen“-Funktion soll vermeiden, dass man zukünftig Songs hört, die man nicht hören will. So wird das musikalische Profil durch die beiden Funktionen „Lieben“ und „Bannen“ klarer bestimmt. Man kann zusätzlich eine eigene Playlist von „streambaren“ Songs erstellen und diese dann z.B. per Widget auf externen Seiten einfügen. Augrund der „gescrobbelten“ Songs werden eigene Charts des Users erstellt. So gibt es „zuletzt angehörte Titel“, „Wochencharts“ und weitere. Diese Informationen können dann z.B. per RSS-Feed auf Seiten wie MySpace integriert werden.

Radio Arten

Es gibt unterschiedliche Arten das Radio zu nutzen wie z.B. das Empfehlungen Radio oder Lieblingslieder Radio (erlaubt einem nur die Lieder abzuspielen, die man vorher als „Lieben“ markiert hat – nur für Abonnenten nutzbar). Hinzu kommen folgende Arten:

  • Tag Radio
  • Persönliches Radio
  • Nachbarn Radio
  • Gruppen Radio
  • Ähnliche Künstler Radio
  • Top Hörer Radio

Dashboard

Der „Dashboard“ Bereich auf Last.FM zeigt alle auf den eigenen Musikgeschmack abgestimmten Informationen, wie die eigenen Freunde, Nachbarn, empfohlene Songs, empfohlene Videos, empfohlene Events usw.

Musik

Im „Musik“ Bereich kann man nach Künstlern, Videos, Labels, Alben etc. suchen und sich die damit verbundenen Informationen ansehen. Hier bietet sich zusätzlich die Möglichkeit über gesuchte Künstler und deren Songs viel in Erfahrung zu bringen. So stehen hier Wiki-Einträge zu den Künstlern zur Verfügung, die auch editiert werden können.

Benutzer

Der „Benutzer“ Bereich umfasst die registrierten User, Gruppen und Foren.

Events

Im „Events“ Bereich kann man nach Konzerten eines bestimmten Künstlers in einer gesuchten Region suchen.

Widget

Über den Widget Bereich kann man z.B. Charts erstellen, in denen man die Möglichkeit hat, zu jedem Song der Charts ein 30 sec Sample abzuspielen. Das Radioplayer-Widget ermöglicht es einem, eine selbst erstellte Radiostation zur Verfügung zu stellen und diese dann auf externen Seiten wie Webblogs oder MySpace zu integrieren.

Abonnement

Über ein Abonnement kann man zusätzliche Funktionen frei schalten. So ist es möglich sein persönliches Radio anzuhören. Dieses basiert auf allen „gescrobbelten“ Songs. Über den Entdeckungs-Modus werden Songs zum „streamen“ angeboten, die sich noch nicht in dem eigenen Musikprofil befinden, d.h. man hört Songs, die man noch nicht gehört hat.

Nutzen für Bands und Labels

Neben den privaten Nutzen bietet Last.FM auch die Möglichkeit, Bands oder Labels kostenlos ihre Musik zu veröffentlichen. Somit wird es finanziell schwächeren Bands und Labels ermöglicht, ihre Musik dort zu präsentieren und die entsprechenden Hörer zu erreichen.

Web-Quellen

Autor: Sven Petersen