Long Tail
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Der Begriff The Long Tail wurde von Chris Anderson, US-amerikanischer Journalist und Chefredakteur des âWired-Magazinesâ geprĂ€gt. The Long Tail beschreibt mittels einer statistischen Kurve die Anzahl von verkauften Produkten im VerhĂ€ltnis zu Ihrem Verkaufsrang. In der Statistik werden solche Kurven zur HĂ€ufigkeitsverteilung âLong Tailedâ genannt, da diese dem Aussehen eines Rattenschwanzes Ă€hneln. Vor allem durch das stetige Wachstum des Onlinehandels gewinnt dieser Begriff immer mehr an Bedeutung, da fĂŒr die neuen MĂ€rkte im Internet die bisher bekannten Effekte und Gesetze des traditionellen Handels nicht mehr gĂŒltig sind. Gleichbedeutend muss sich der traditionelle Handel an die neuen AusprĂ€gungen anpassen und unterliegt einem starkten Wandel.
Historie
Im Oktober 2004 veröffentlichte Chris Anderson im âWired-Magazineâ den Artikel âThe Long Tailâ. Dieser Artikel befasste sich zum ersten Mal mit dem Potential von NischenmĂ€rkten. Als Grundlage hierfĂŒr diente die effiziente Ăkonomie des Onlinehandels mit GeschĂ€ftsmodellen von Unternehmen wie Amazon.com, Netflix oder Rhapsody. Der Artikel wurde schnell zum meistzitierten Artikel im âWiredâ und ein neues âBuzz-Wordâ der Internet-Branche war geboren.
Die Theorie ĂŒber das dĂŒnne Ende (The Long Tail) der LadenhĂŒter
Anhand der Verkaufsstatistik des amerikanischen Onlinemusikportals Rhapsody beschreibt Anderson wie eine sehr groĂe Anzahl von âNicht-Hitsâ mehr Umsatz erzielen als die Anzahl weniger âHitsâ. SchlieĂlich gibt es insgesamt betrachtet wesentlich mehr âNicht-Hitsâ als âHitsâ. Zusammengenommen ergeben diese âNicht-Hitsâ (von ordentlichen Nischenprodukten bis zu völligen Flops) einen Markt, welcher mindestens genauso groĂ ist, wie der Markt fĂŒr Hits. Beispiel Musikindustrie:
Zwar haben Bestseller wesentlich mehr Abverkaufszahlen pro StĂŒck â DemgegenĂŒber stehen aber weitaus mehr Nischenprodukte in Summe.
Wenn man diese schlichte Grafik in eine Kurve mit HĂ€ufigkeitsverteilung ĂŒbertrĂ€gt erhĂ€lt man ein Long Tail:
Quelle: The Long Tail, Chris Anderson
Die 98% Regel
FĂŒr die Zeit vor dem Onlinehandel galt der klassische Ansatz der 80:20 Regel (Pareto-Prinzip). Diese besagt, dass mit 20% der Produkte, 80% des Umsatzes (und normalerweise 100% des Gewinns) erzielt werden. Diese Regel gilt auch heute noch, aber nur fĂŒr den traditionellen Handel. Da es im Onlinehandel keine begrenzten RegalflĂ€chen gibt, können auch Produkte angeboten werden, die man normalerweise nie im Laden um die Ecke bekommen wĂŒrde. Am Beispiel des Unternehmens Ecast, einem Anbieter digitaler Musikinhalte, zeigte Anderson auf, dass der Anteil an verkauften Songs eines Albums pro Quartal, 98% der insgesamt 10000 Alben betrĂ€gt. Der Gewinn verteilt sich demnach in Long-Tail-MĂ€rkten wesentlich gleichmĂ€ssiger auf alle Produkte und die Gewinnspanne der Nischen ist viel Höher als im traditionelle Handel. Diese Regel erweist sich bei den neuen NischenmĂ€rkten im Onlinehandel fast als allgemeingĂŒltig.
VerÀnderung durch das Internet
EinschrÀnkung durch den Standort
Im traditionellen Einzelhandel mĂŒssen lokale Abnehmer gefunden werden. Die Kosten um Nischenprodukte rentabel anzubieten sind viel zu hoch, da die Gesamtnachfrage der lokalen Abnehmer in Summe viel zu gering ist.
Laut Anderson muss beispielsweise ein Plattenladen mindestens vier StĂŒck einer CD im Jahr verkaufen, damit es sich lohnt, diese CD im Sortiment zu fĂŒhren. Dadurch ist der EinzelhĂ€ndler gezwungen nur Inhalte anzubieten, fĂŒr die eine ausreichende Nachfrage besteht. Diese Mechanismen erlauben es dem traditionellen Einzelhandel nicht, sein Produktportfolio auf Nischenprodukte auszuweiten. Er muss Produkte anbieten, die massentauglich sind.
MĂ€rkte ohne Grenzen
Der Onlinehandel hingegen kann praktisch eine unbegrenzte Vielfalt von Produkten anbieten, da er diese ohne geographische BeschrĂ€nkungen einer breiten globalen Masse anbieten kann. Angebot und Nachfrage treffen sich auf einer virtuellen Ebene, die völlig losgelöst von Standort, Ăffnungszeiten und realen Entfernungen ist. Da es in praktisch allen MĂ€rkten weit mehr Nischenprodukte als Bestseller gibt, hat sich in den letzten 10 Jahren durch das Internet eine bisher nie da gewesene Vielfalt der angebotenen Produkte entwickelt. Momentan verzeichnet der Onlinehandel jĂ€hrliche Wachstumsraten von 30% - Tendenz steigend!
Die drei Wirkmechanismen des Long Tail
Anderson definiert in seinem Buch drei Faktoren, welche die Entstehung eines Long Tails ermöglichen.
Die Demokratisierung der Produktionsmittel
Als einfachstes Beispiel fĂŒr diesen Faktor steht die EinfĂŒhrung des PC. Durch den PC und die passende Software hat heute jeder die Möglichkeit am Onlinehandel zu partizipieren, ob als KĂ€ufer oder VerkĂ€ufer. Der PC bietet heute all das, was vor Jahren nur Profis vorbehalten war. Dadurch hat heute jeder die Möglichkeit z.B. Filme oder Musik zu produzieren, BeitrĂ€ge zu verfassen, oder einfach nur seine Gedanken der Welt zugĂ€nglich zu machen. Die Zahl dieser Produzenten ist demnach um das Tausendfache in den letzten Jahren gestiegen. An Portalen wie YouTube, MySpace oder auch Wikipedia lĂ€sst sich diese Entwicklung sehr gut ablesen. Demzufolge wĂ€chst die Menge an verfĂŒgbaren Inhalten schneller als je zuvor. Das Resultat ist eine enorme Vervielfachung der verfĂŒgbaren GĂŒter und der Long Tail verlĂ€ngert sich immer weiter nach rechts. Im Bereich Musik benennt Anderson fĂŒr das Jahr 2005 einen Anstieg an neu veröffentlichten Alben von 36 % im Vergleich zum Vorjahr. In Zahlen sind das 44 000 fĂŒr das Jahr 2004 und 60 000 fĂŒr das Jahr 2005. Als Ergebnis dieses Faktors wird der Long Tail lĂ€nger.
Die Demokratisierung der Vertriebsmittel
Der zweite Faktor definiert die Senkung der Konsumkosten durch die Demokratisierung des Vertriebs. Da die Produktion durch die breite Masse aber nur von Bedeutung ist, wenn andere auch Zugang dazu haben, musste die Verteilung ebenso demokratisiert werden. Gleichbedeutend fĂŒr den PC sorgt das Internet fĂŒr die Verteilung. Bei Produkten die gĂ€nzlich online vermittelt werden können, wie z.B. Musik- oder Softwaredownloads, sinken die Lieferkosten auf einen Bruchteil der traditionellen Lieferkosten. Da hier lediglich Bits ĂŒbertragen werden mĂŒssen, fallen LagerhĂ€user, Regale und Transportmittel einfach weg. Aber auch bei materiellen GĂŒtern sind die Vertriebskosten durch das Internet drastisch gesunken. Auch hierfĂŒr ist Amazon ein ausgezeichnetes Beispiel: 1999 fĂŒhrte Amazon sein âMarktplatzâ-Programm ein. Dieses Modell ermöglichte es HĂ€ndlern, die Verkaufsplattform von Amazon fĂŒr sich zu nutzen. Somit konnte jetzt jeder seine Produkte neben den Produkten von Amazon auf der Amazon Website anbieten. Dadurch wird das Sortiment auf Partner verteilt und somit auch die Lagerhaltung der Produkte. Die Lagerkosten entfallen und das Risiko wird auf ein Netzwerk kleiner HĂ€ndler verteilt. Dieser Bereich wird von Anderson auch als die âLong Tail Aggregatorenâ bezeichnet. Durch den leichteren Zugang zu den Nischen wird der Long Tail dicker.
Die Verbindung von Angebot und Nachfrage
Hierbei geht es um die Bekanntmachung mit den neuen vielfĂ€ltigen Artikel im Long Tail. Die Fragestellung lautet demnach: Wie werden die neuen Produkte im Long Tail einfach, schnell und gĂŒnstig gefunden? Informationsbeschaffungskosten oder auch einfach Suchkosten bezeichnen all das, was einen daran hindert, das Gesuchte zu finden. Auch hier zeigt sich das Internet als perfekter Raum um dies zu gewĂ€hrleisten. Hierbei unterstĂŒtzen Suchmaschinen mit ihren effizienten Suchalgorithmen, Empfehlungen (z.B. iTunes oder Amazon), Kundenrezensionen, Newsletter bis hin zu Blogs oder einfach nur Mundpropaganda die Suche. Anderson bezeichnet diese Möglichkeiten als Long-Tail-Filter. Im Kapitel 8 wird die Wirkung dieser Filter noch nĂ€her erlĂ€utert. Auch ist virales Marketing ein wichtiger Einflussfaktor, welcher die Verbreitung von Produkten im Long Tail enorm forcieren kann. Nur durch entsprechende Online-Marketing Strategien wird der Zugang zum Long Tail ĂŒberhaupt erst möglich. Die zunehmende Barrierefreiheit verlagert das GeschĂ€ft von den Hits zu den Nischen.
Die Ăkonomie der Reputation
Diese Form der Wirtschaftlichkeit liefert eine wichtige Grundlage fĂŒr das VerstĂ€ndnis des Long Tails. Als die ersten Long Tails entstanden, war vieles was den Long Tail bevölkert nicht unbedingt auf materiellen Gewinn ausgelegt. Dazu muss man sich das Long Tail in seiner Urform vorstellen. An der Spitze des Long Tails steht die traditionelle Geldwirtschaft und am dĂŒnnen Ende ein Wirtschaftsmodell, das völlig ohne Geld auskommt. Dazwischen liegt eine Mischung aus beidem. Somit spielen an der Spitze wirtschaftliche Ăberlegungen eine tragende Rolle und Geld ist die treibende Kraft. Weiter am Long Tail entlang hingegen fallen wirtschaftliche Ăberlegungen oft immer weniger ins Gewicht, da Vertriebs- und Produktionskosten durch die neuen Technologien niedriger sind. Stattdessen flieĂen aus zahlreichen GrĂŒnden (SpaĂ, Ansehen, Experimentierfreude, usw..) anstatt Geld, kreative Elemente in den Long Tail. Anderson bezeichnet die WĂ€hrung, die genauso motivierend sein kann wie Geld als Reputation. Der Grad der Reputation wird an Aufmerksamkeit gemessen die ein Produkt auf sich zieht. Das hat zur Folge, dass sich durch das Internet immer mehr eine Kultur der Selbstdarstellung entwickelt. Tim Wu, Juraprofessor an der Columbia University, sieht im Mittelpunkt dieser Kultur die allmĂ€chtige Suchmaschine. Ein absolut passendes Zitat von Ihm lautet: ââWenn eine Webseite auf Google leicht zu finden ist prozessiert man nicht, man feiertâ. Zusammenfassend entsteht durch Reputation eine Spielwiese fĂŒr Ideen im Long Tail. Diese Spielwiese ist die Feuerprobe fĂŒr Inhalte bevor sie kommerzielle Form annehmen.
Die Wirkung von Filtern
Als Filter werden alle Instrumente bezeichnet, die bei der Suche nach QualitĂ€t im Long Tail helfen. Beispiele fĂŒr Filter im Internet sind Suchmaschinen, Empfehlungen, Rezensionen, Blogs, Songlisten und jede Menge anderer Mechanismen die das Internet unterstĂŒtzend fĂŒr die Suche bietet. Anderson trennt in diesem Zusammenhang die Filter in Vorabfilter und nachtrĂ€gliche Filter.
Vorabfilter
Vorabfilter filtern entsprechend Ihrer Namensgebung bereits Produkte, bevor diese ĂŒberhaupt auf dem Markt kommen. Jeder EinkĂ€ufer eines Unternehmens agiert sozusagen als Vorabfilter, wenn er die Produkte auswĂ€hlt die sich gut verkaufen sollen. Marketingexperten beschĂ€ftigen sich ĂŒberwiegend damit, das Verhalten und die WĂŒnsche der Verbraucher zu erraten. Durch Vorabfilter lĂ€sst sich das Risiko aber nie ganz ausschlieĂen, das die ausgewĂ€hlten Produkte zum Flop werden. Die Liste von Flops ist ellenlang. Von den ultrateuren UMTS Lizenzen bis hin zu gefloppten Teeny-Bands, ĂŒberall waren Vorabfilter aktiv.
Beispiele fĂŒr Vorabfilter sind laut Anderson:
- Redakteure
- Talentscouts bei Plattenfirmen
- EinkÀufer im Einzelhandel
- Marketingexperten
- Werbung
NachtrÀgliche Filter
Im Gegensatz zu Vorabfiltern agieren nachtrĂ€gliche Filter erstâ nach dem die Produkte bereits auf dem Markt sind. Suchmaschinen und Empfehlungen helfen dem Suchenden sich in der groĂen Auswahl an Angeboten zurechtzufinden, um schnell und effizient das passende zu finden. Im Vergleich zu Vorabfiltern wird das Konsumverhalten nicht vorhergesagt, sondern verstĂ€rkt und kanalisiert. Das Internet bietet eine FĂŒlle solcher Filter. Von Suchmaschinen wie Google, klassischen Onlineshops ĂŒber die Buchempfehlungen von Amazon - ĂŒberall im Internet stehen diese Filter als Ratgeber fĂŒr das Auffinden der Produkte dem Konsumenten zur VerfĂŒgung. Ein schönes Beispiel ist in der Reisebranche zu finden. Auf Plattformen wie Holidaycheck haben Kunden die Möglichkeit Hotels nachtrĂ€glich zu bewerten. Somit kann der Urlaubssuchende wesentlich besser beurteilen und abschĂ€tzen, ob das Hotel seiner Wahl fĂŒr ihn passend ist. NachtrĂ€gliche Filter geben dementsprechend keine Vorhersagen zum Geschmack, sondern messen diesen.
Folgende Beispiele fĂŒr nachtrĂ€gliche Filter werden von Anderson benannt:
- Blogs
- Songlisten
- Kritiken
- Empfehlungen
- Suchmaschinen
Die Zukunft: Personalisierung (Mein Shop)
Um immer besser auf die KundenwĂŒnsche einzugehen, ist ein weiterer Schritt zur optimierten Filterung die Personalisierung von Webseiten. Bei der Personalisierung wird die OberflĂ€che, das Angebot und die Funktion der Website perfekt auf den Besucher abgestimmt. Ein wichtiger Bestandteil der Personalisierung sind Empfehlungssysteme. Ăber Benutzerprofile im Hintergrund können somit spezielle Informationen und Funktionen bereitgehalten werden, die nur auf den individuellen Geschmack des Benutzers abgestimmt sind. Realisiert wird dies durch neue Technologien wie Web 2.0 mit Techniken wie AJAX, RSS oder Mashups.
Man unterscheidet bei der Personalisierung zwischen zwei Methoden:
Active Response
Bei diesem Verfahren kann/muss der Besucher die OberflĂ€che nach seinen BedĂŒrfnissen gestalten. FĂŒr den Besucher Interessantes wird dargestellt und alles andere wird weggefiltert. Das Design ist anpassbar. Google bietet z.B. das Personalisieren seiner Suchmaschinenumgebung iGoogle an.
Passive Response
Bei diesem Verfahren wird on-the-fly dynamisch die Website generiert. Die Inhalte werden durch Profildaten im Hintergrund automatisch dem Benutzer zur VerfĂŒgung gestellt. Die komplette Anpassung der Website auf den Kunden erfolgt automatisiert.
Zusammenfassend bietet die Personalisierung eine noch bessere Filterfunktion um den Geschmack des Kunden optimal zu treffen. Das Verhalten der Kunden kann dadurch noch effizienter analysiert werden.
In Zukunft kommt somit ein Teil der Produkte automatisch zum Kunden, ohne ĂŒberhaupt erst gesucht zu werden. Aktuell befindet sich diese Technologie erst am Anfang ihrer Verbreitung. Unternehmen
wie die Otto-Gruppe, der Baur Versand und auch Hersteller wie Adidas setzen bereits zum Teil diese Möglichkeit ein.
Die Suchmaschine als Zugang zum Long Tail
Die Suchmaschinen und allen voran Google bieten mit Ihren hocheffizienten Suchalgorithmen die einfachste Möglichkeit Produkte im Long Tail zu finden. Udi Manber, Vice President of Engineering bei Google hat auf dem Googleâs Universal Search Announcement im Mai 2007 bekannt gegeben, dass 20 bis 25 Prozent der tĂ€glichen Suchanfragen bei Google Keywort-Kombinationen sind, die niemals zuvor an die Suchmaschine gestellt wurden. In Zahlen sind das tĂ€glich 23 bis 30 Millionen neue Suchkombinationen bei Google USA. Wenn ein Produkt nicht gleich mit einem speziellen HĂ€ndler assoziert werden kann, dann sucht man danach mit Suchmaschinen. Auch ist es heute fĂŒr jeden leicht möglich gezielte Werbung bei den Suchmaschinenbetreibern aufzuschalten. Hierbei wird bezahlte Werbung (Paid inclusion) passend zu dem gesuchten Begriff in einem eigenen Bereich bei den Suchergebnissen dargestellt. Durch diese Möglichkeit hat sich nebenbei wieder ein riesiger neuer Long Tail Werbemarkt mit Millionen kleiner und mittlerer Kunden entwickelt. Die Suchmaschine ist somit nicht nur ein nachtrĂ€glicher Filter sondern ebenfalls ein Hauptaggregator der Long Tail MĂ€rkte.
Die Wirkung auf Wirtschaft und Alltag
Der Long Tail bedeutet wirtschaftlich gesehen eine unendliche Auswahl von Produkten, die durch das Internet leicht einen Abnehmer finden können. Die Nachfrage verteilt sich genauso weit wie das Angebot. Eine ganz neue Form des Marktes ist entstanden und jeder im Internet hat Zugriff auf diesen Markt der Vielfalt. Der Long Tail nimmt demnach eine enorme Stellung im jĂ€hrlich wachsenden Onlinehandel ein. NatĂŒrlich beeinflusst ein gröĂeres Angebot auch die Preisbildung. Aufgrund der geringeren Kosten eines reinen OnlinehĂ€ndlers (Strom, Personal, Miete...) können Produkte heute im Internet deutlich gĂŒnstiger angeboten werden als beim traditionellen EinzelhĂ€ndler mit seinem LadengeschĂ€ft. FĂŒr viele kleine EinzelhĂ€ndler hatte diese Entwicklung leider auch zur Folge, dass die UmsĂ€tze in den letzten Jahren drastisch gesunken sind und gerade die kleinen HĂ€ndler Ihre LĂ€den schlieĂen mussten. Doch bietet der Onlinehandel im Gegenzug auch fĂŒr viele klassische EinzelhĂ€ndler die Chance das Internet als zweiten Vertriebsweg zu nutzen. Der Long Tail wird nicht das Ende des Mainstreams erzwingen sondern vielmehr ein bisher nie dagewesenes Gleichgewicht zum bisherigen Markt darstellen, wobei der Massenmarkt generell an Masse verlieren wird. Somit wird der Alltag wesentlich mehr durch eine parallele Kultur geprĂ€gt werden. Von der Spitze des Tails mit ihren Hits bis zum Ende des Tails mit all den Nischen.
Weblinks
Chris Andersons' Blog - thelongtail.com
Spiegel Online
Christian Pfeils' Medien Blog
Personalisierung bei Google
Personalisierung auf Rhapsody.com
Personalisierung beim Baur Versand
Hotelbewertung bei Holidaycheck
Active Response
Quellen
Literatur
Chris Anderson - The Long Tail (Der lange Schwanz), ISBN 978-3-446-40990-3
Web
Chris Andersons' Blog - thelongtail.com
Autor:
Oliver Pfaff



