MySpace
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Historie von MySpace.com
Im Zuge des „Web 2.0“ ist insbesondere in den vergangenen drei Jahren eine Plattform in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. MySpace.com – so heisst die „Mutter“ aller sozialen Netzwerke im Internet die ihrer Online-Community ein interaktives, auf Empfehlung Anderer basierendes Netzwerk an Freunden, persönlichen Profilen, Blogs, Gruppen, Fotos, Musik und Videos zur Verfügung stellt. Auf MySpace.com finden sich neben den „normalen“ Usern auch bekannte Musiker, Bands, Schauspieler, etc. die für sich ebenfalls die Möglichkeiten der Plattform entdeckt haben und Songs, Kurzfilme, etc. direkt in Ihrem persönlichen Profil „präsentieren“. Als das Projekt 2003 vom US-Amerikaner Tom Anderson ins Leben gerufen wurde, waren es vor allem mehr oder weniger unbekannte Bands ohne kommerzielle Absichten sowie deren Fans, welche die Möglichkeit bekamen, mit- und untereinander in Kontakt zu treten. Es wurden Daten zu Auftritten und Releases veröffentlicht sowie die Musik selbst vorgestellt. Außergewöhnlich und neu war zu Beginn die Vernetzung der Benutzerprofile untereinander. Mochte man eine Band, suchte man sich einen Freund aus deren Fankreis (welche auch bei den Bands “Freunde” heißen). Nun war es dem Benutzer möglich, auch alle Freunde des neuen Freundes zu sehen und zu kontaktieren. Der entsprechend entgegengesetzte Suchweg führte dazu, neue, gute Bands zu finden. So entstand ein soziales Netzwerk mit Menschen, die nicht nur die MySpace-Mitgliedschaft verband. Daher war MySpace.com von Anfang an besonders in der Independent- und Hardcoreszene äußerst beliebt. Am Grundkonzept hat sich bis heute nicht viel geändert. Der kleine Unterschied: Im August 2006 registrierte sich laut MySpace.com der 100 Millionste Benutzer. Ein kommerzielles Potential solchen Ausmaßes erkannte auch der amerikanische Medienmogul Rupert Murdoch. Der kaufte 2005 kurzerhand das ganze Projekt für 649 Millionen US-Dollar. Es folgten neue Features wie “MySpace-Video”, “MySpace-Comedy”, von “MySpace-Records” promotete Mainstream-Superstars bis hin zu Horoskopen und dem Verkauf von Büchern. Die Neuentdeckung des Begriffs „Social“ durch Web 2.0 scheint eine regelrechte Revolution ausgelöst zu haben. Im Internet herrscht wieder „Goldgräberstimmung“ – so titeln einschlägige OnlineMagazine. Durch den grossen Erfolg von MySpace.com wurde das Buzzword „Web 2.0“ wieder in aller Munde gebracht. Die neuen Webtechnologien erzeugen vielfältige Möglichkeiten für die User. MySpace demonstriert eindrücklich wie sich Benutzerschnittstellen, Informationsqualitäten und Informationsverteilung verändern. Mittlerweile ist der Überblick schwierig geworden und täglich kommen weitere Websites und Mashups hinzu.Quellen:
Wikipedia - MySpace
MySpace.com
Funktionen
Anmeldung
Die Anmeldung bei MySpace.com verläuft in wenigen, wie auch von anderen Plattformen bekannten Schritten. Unter http://www.myspace.com gelangt man zunächst auf die Hauptseite der Community. Dort legt man über den LogIn-Bereich einen neuen Benutzer über „Anmelden“ an.Im folgenden Schritt „Werde Mitglied bei MySpace!“ werden einige persönliche Daten abgefragt und mit „Sign Up“ bestätigt. Per E-Mail muss der jeweilige Account bestätigt werden – erst dann ist es dem Benutzer gestattet sein Profil zu erstellen, zu bearbeiten und mit den unterschiedlichsten Features auszustatten und zu erweitern.
Persönliche Seite
MySpace.com bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, ihre MySpace-Seite individuell zu gestalten. Mittels HTML/XHTML und CSS kann der Grossteil der eigenen Seite angepasst und verändert werden – Javascript ist allerdings nicht zugelassen. Mittels MySpaceMusic kann jeder registrierte Nutzer Musik direkt ins eigene Profil übernehmen, ein Service welcher es den Bands ermöglicht die eigenen Songs einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Videos, flashbasierende Inhalte und einiges mehr kann ähnlich wie bei Standard HTML-Seiten hinzugefügt werden. Da sich viele MySpace User nur sehr begrenzt mit HTML und CSS auskennen, gibt es Anbieter von sog. „Codegeneratoren“ mit deren Hilfe man auch ohne größere Programmier-kenntnisse in wenigen Schritten zu einem ansprechenden und vor allem individuellen Layout gelangt. Die eigene „künstlerische“ Freiheit ist jedoch sehr begrenzt, da sich die Möglichkeiten, den HTML-Code zu platzieren, doch eher in Grenzen halten. So ist es dem Benutzer lediglich erlaubt seinen selbst- oder durch Codegeneratoren generierten HTML-Code per „Copy&Paste“ in eines der vorgegebenen Felder innerhalb des Profils einzufügen. Über die Vorschau lassen sich die Änderungen am Profil sofort nachvollziehen und man wird feststellen dass es doch einige Unterschiede im Vergleich zu einer „einfachen“ HTML-Seite gibt. Das MySpace-Profil wird von mehreren Werbebannern „verziert“ welche das eigene Layout überlagern. Somit ist es zum einen zwar möglich dem Profil eine „persönliche“ Note zu verleihen, zum anderen ist man allerdings den vielen Werbebannern unterworfen, welche ihren festen Platz auf dem Profil einnehmen.Werbung ist ohnehin ein grosses Thema/Problem bei MySpace.com und wird im weiteren Verlauf dieser Seminararbeit noch näher betrachtet werden.
Mediale Inhalte
Im Bereich der multimedialen Inhalte gibt es zwei grosse Bereiche zu nennen. Zum einen handelt es sich hierbei um „MySpace – Music“, dem Portal für Musiker, Künstler, Fans, etc. und dem momentan noch etwas kleineren „MySpace – Video“. Der Schwerpunkt „Musik“ in Verbindung mit „MySpace – Music“ existiert seit Beginn von MySpace.com und galt lange Zeit als Grundgedanke des Gründers Tom Anderson. Anderson’s Kontakte zu Künstlern und Bands verhalfen ihm in der „Gründungsphase“ die Künstler davon zu überzeugen, sich „ihren MySpace“ einzurichten. Somit wurde es möglich, dass Bands und Fans miteinander in Kontakt treten konnten – und das war zu Beginn der größte Erfolgsfaktor der Website. Heute werden viele „Band-Spaces“ nicht mehr von den Musikern selbst, sondern von Fanclubs oder dem Management gepflegt. Dies ist natürlich vor allem bei bekannten Künstlern der Fall. Weniger bekannte Künstler pflegen ihren MySpace weiterhin selbst. Sie informieren über das Erscheinen von neuen Alben und Tourdaten. Auch bieten die meisten Bands Hörproben einzelner Musikstücke an, manche sogar zum Download. Zusätzlich können sich die Nutzer eigene Seiten individuell einrichten, um damit etwas von sich preiszugeben, ganz getreu dem Motto „sehen und gesehen werden“. Hier zählt, möglichst viele Freundschaften zu gründen.Quelle: MySpace.com
Potentiale
Für private Nutzer
Ein Potential bzw. ein Nutzen für den privaten Anwender liegt zum einen in der Möglichkeit soziale Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Wie bereits im Kapitel 1 'Historie von MySpace.com' erwähnt, wurde MySpace.com am Anfang vor allem von relativ unbekannten Bands genutzt, um Kontakt zu den Fans zu halten. Aber MySpace.com bietet nicht nur die Nähe zur Lieblingsband, sondern auch den Kontakt von User zu User. Bei allen hinzugefügten ‚Freunden’ (hierzu zählen auch die Bands selbst) kann man auch deren ‚Freunde’ sehen und diese wiederum seiner eigenen Freundesliste hinzufügen. Somit kann man relativ schnell zu einem weit verzweigten Freundesnetzwerk kommen und sich mit den verschiedensten Personen austauschen. Ein weiteres Potential für die privaten Nutzer ist der Austausch mit Gleichgesinnten. Also Personen, die entweder die gleichen Freunde (oder auch Bands) und/oder die gleichen Interessen haben. Die Freundesliste erleichtert auch hier die Kontaktaufnahme, da man ja mit dieser relativ leicht Gleichgesinnte identifizieren kann.Ein weiterer Grund und zugleich auch ein großes Potential von MySpace.com für die privaten Nutzer ist das relativ einfache und freie Gestalten der eigenen Profilseite. Durch das einfache Anlegen einer persönlich gestalteten Profilseite können sich die Nutzer schnell und unkompliziert einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Dies ist für manch einen Nutzer ein Anreiz, da Ihnen das Erstellen einer persönlichen Seite bisher noch zu komplex war. Des Weiteren stehen dem Nutzer wie bereits im voran gegangen Kapitel 'Funktionen' diverse mediale Inhalte zur Verfügung, die er sich sehr einfach auf seine Profilseite einbinden kann.
Für kommerzielle Nutzer
Neben den Potentialen für private Nutzer birgt MySpace.com auch für kommerzielle Nutzer Einiges an Potentialen. So sind bereits sehr viele bekannte Künstler mit Ihrem eigenen MySpace-Profil vertreten. Hiermit soll zum einen der Kontakt zu den Fans gehalten und zum anderen Marketing betrieben werden. Vor allem für das Marketing wird die Plattform MySpace.com immer mehr entdeckt. So werden z. B. bei Musikern die Tourneedaten, das Erscheinungsdatum des neuen Albums oder auch Hörproben auf der eigenen Profilseite angeboten. Aber nicht nur Musiker nutzen die Plattform, sondern auch immer mehr Schauspieler, ganze Serien (bzw. die dahinter stehenden Produzententeams) oder auch andere Personen des öffentlichen Lebens. So „gilt es besonders in Amerika längst als “chic”, dabei zu sein“ (Quelle: Readers Edition: MySpace is YourSpace!).Der Marketing-Effekt lässt sich indes nicht bestreiten. Wer behauptet nicht gerne, dass er Paris Hilton oder P. Diddy als "Freunde" bezeichnen kann. Auch wenn der private Nutzer eigentlich genau weiß, dass sich hinter dem Profil eigentlich „nur“ das Management oder eine Agentur im Auftrag des Stars verbirgt, so hofft er doch insgeheim wirklich darauf mit seinem Lieblingsstar in Kontakt zu treten. Und genau auf dieser Hoffnung basiert das Marketing. Der Star, die Band oder auch die Serie bleiben im Gespräch und sind so in einem größeren Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Marketing und Werbung
Wie bereits in 3.2 angedeutet, gibt es bei MySpace.com ein sehr großes Potential für das Marketing und die Werbung. Aber nicht nur über eigene Profilseiten kann man hier kommerzielle Werbung für sich betreiben. Es gibt neben dieser Art auch noch direkte Werbeformen auf MySpace.com. So hat Google ein Vermarktungs-Deal mit dem MySpace-Betreiber Fox Interactive Media (gehört zum Konzern von Rupert Murdoch) abgeschlossen. Für die nächsten 3 Jahre darf Google exklusiv seine Websuche auf MySpace.com und den anderen Webseiten des Unternehmens anbieten. Außerdem werden Werbeanzeigen von Google (sponsored Links bzw. AdWords) beim Anzeigen der Suchergebnisse mit angezeigt. Hierfür garantiert Google dem Unternehmen Einnahmen von mindestens 900 Millionen Euro. Wenn man bedenkt, dass es mittlerweile alleine bei MySpace über 100 Millionen angemeldete Nutzer gibt, so wird deutlich, dass Google mit diesem Deal eine breite Masse erreicht. Weiterhin macht das Wachstums-Potential von MySpace den Vertrag doppelt interessant. Lt. Hitwise sollen knapp 11% der Google-Aufrufe ihren Ursprung bei MySpace haben. Dieser Wert soll noch zu Jahresbeginn bei ca. 4% gelegen haben. Neben dieser Form von Werbung findet man auf MySpace unter anderem auch die klassische Form der Bannerwerbung.Quellen:
Intern.de: MySpace wird Google-Territorium
Readers Edition: MySpace is YourSpace!
Sicherheit
Datenschutz
Vor allem in Deutschland wird der Datenschutz groß geschrieben. Und genau hier ist auch ein Kritikpunkt von MySpace. Im Profil werden viele persönliche und private Daten gespeichert. Natürlich müssen nicht alle Datenfelder wie z. B. sexuelle Gesinnung oder Familienstand eingegeben bzw. können mit „keine Antwort“ angegeben werden. Aber um eben auch mit Gleichgesinnten bzw. mit Personen gleicher Interessensgebieten in Kontakt zu kommen, muss man solche Daten eingeben. Durch das Aufnehmen von Nutzern mit gleichen Interessen entstehen so Soziogramme, die ganze interessengebundene Netzwerke offenbaren. Lt. dem Wirtschaftsmagazin „New Scientist“ (Quelle: Spiegel-Artikel)sind genau auf diese Daten die Geheimdienste aus. Verknüpft mit anderen Datenpools wie Bankdaten, Einkaufs-Rabattkarten, Handy- und Kreditkarteabrechnungen ergeben sich so viele Informationen über den einzelnen Bürger, dass dieser schon nahezu transparent wird. Bisher scheitert dies zwar noch allzu oft an der Inkompatibilität der einzelnen Datensätze, aber daran wird nicht nur von Seiten der Geheimdienste gearbeitet, sondern auch von der Internet-Community selbst. So arbeitet das World Wide Web Konsortiums (W3C) unter dem Oberbegriff „Semantisches Web“ bereits an einem Standard, der verschiedenste Daten auf einer Plattform zusammenführen würde.Aber auch wenn die Nutzer vorsichtiger mit der Eingabe von sensiblen Daten wären, so würde man den Trend der Datenerhebung im Internet nicht aufhalten können. Allerdings sind solche automatische Datenerhebung im Internet fatal, da nicht immer sichergestellt ist, dass die Daten wahr, die Personen korrekt dargestellt oder die Personen nicht erfunden sind. So verhält es sich auch auf MySpace.com. Es werden keinerlei Überprüfungen bezüglich der wahren Identität des Nutzers durchgeführt. So könnte man sehr leicht falsche Informationen über andere Personen im Internet verbreiten.
Jugendschutz
Auch der Jugendschutz ist ein heikles Thema bei MySpace. Es werden zwar Teenager besonders darauf hingewiesen, nicht zu detaillierte Angaben zu machen. Aber die bereits oben angesprochene Sorglosigkeit bei der Angabe von privaten und vertraulichen Daten führt dazu, dass Community-Seiten wie z. B. MySpace eine wahre Fundgrube für Personen mit schlechten Absichten sind. Der Generalstaatsanwalt von Connecticut, Richard Blumenthal, bemängelt vor allem den fehlenden Kinderschutz auf MySpace.com. Bei der Gestaltung der Seiten können sich die Nutzer kreativ ausleben wie sie wollen. Vor allem die eigenen Fotos sind oft sehr aufreizend. Auch hier zieht der Marketing-Grundsatz „Sex sells“. Je freizügiger das Profilfoto ist, desto mehr Profilaufrufe bekommt man. In den USA wurden bereits Männer wegen Kindesmissbrauchs verhaftet, die über MySpace mit Minderjährigen in Kontakt gekommen und sich mit ihnen verabredet hatten. Für Blumenthal sind diese Fälle Beleg dafür, dass die Altersangabe auf MySpace nur sehr schwer zu überprüfen ist. Zwar kann über die "Stöbern-Funktion" auf MySpace.com das Alter als Suchkriterium angegeben werden, allerdings nur mit dem Mindestalter von 18 Jahren. Diesen "Sicherheitsriegel" kann man allerdings mit der Suche-Funktion umgehen. Hier kann man nämlich nach typischen Interessen suchen oder z. B. nach der vor allem bei Teenagern beliebten Band "Tokio Hotel". Auf diese Kritik hat MySpace mit mehreren Schritten zur Verbesserung des Jugendschutzes reagiert. Zum einen wurde ein Sicherheitsbeauftragter ernannt, der sich speziell um den Kinderschutz auf MySpace.com kümmern soll. Zum anderen wird der Service auf der Webseite für die Eltern verbessert. Nun gibt es einen Fragenkatalog, der den Eltern z. B. die Kontrolle der Profilseite des eigenen Kindes oder auch die Löschung der Profilseite, erläutert. Hierdurch soll den Eltern ein Leitfaden an die Hand gegeben werden, damit diese das Treiben ihrer Kinder im Internet nachvollziehen und auch kontrollieren können.Quellen:
Spiegel-Artikel: MySpace - Datenmine für Geheimdienste?
Spiegel-Artikel: Kinderschänder im Feindesland
Zukunft von MySpace.com
Mit einer Community von augenblicklich bereits über 1,3 Mio. Nutzern liegen die Potentiale was das Marketing, den Vertrieb von Medien, etc. anbelangt natürlich auf der Hand. Die neuen Features von MySpace.com wie beispielsweise MySpace – Records, Comedy oder Video, nutzen den mittlerweile sehr hohen Bekanntheitsgrad, um über diese „Kanäle“ immer mehr Online-User, welche potentielle Kunden für die Unternehmen darstellen, zu erreichen.
Weblinks
- MySpace.com Hauptseite
- Wikipedia Eintrag zu MySpace.com
- Spiegel-Artikel: MySpace - Datenmine für Geheimdienste?
- Spiegel-Artikel: Kinderschänder im Feindesland
- Intern.de: MySpace wird Google-Territorium
- Readers Edition: MySpace is YourSpace!
- Winfuture.de: MySpace.com - Ex-Hacker überführt Sexualstraftäter
- Heise-News: MySpace startet Kampagne zum Schutz von Jugendlichen
- Heise-News: MySpace-Account-Daten kursieren im Web
- Heise-News: Social Networking weckt Neugierde der Geheimdienste
- Heise-News: MySpace.com ernennt Sicherheitsbeauftragten
- Welt.de: Die neuen Giganten der Netzwirtschaft
- Weltwoche: Ruhm ist vergänglich, Überleben für immer

