Organisatorische Aspekte bei Betrieb oder Nutzung eines Rechnernetzes
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Dieser Artikel behandelt einige organisatorische Aspekte bei Betrieb oder Nutzung eines Rechnernetzes, die bei der Planung eines Netzes beachtet werden sollten.
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Planungsanforderungen
Eine Kommunikationsinfrastruktur sollte gut zugänglich und sicher sein. Dafür ist eine Analyse der Anforderungen notwendig. Zu untersuchen ist, wer das Netz wofür braucht. Daraus ergeben sich das benötigte Datenvolumen, die benötigte Verfügbarkeit und zukünftige Anforderungen. Der Stand der Technik spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Kosten entstehen durch Planung, Beschaffung, Installation, Betrieb und Wartung. Das Personal sollte gut qualifiziert sein und rechtzeitig in die Planung einbezogen werden. Oftmals sind auch Konzernvorgaben, bauliche oder juristische Beschränkungen zu beachten
Kommunikationskosten
Externe Kommunikationskosten entstehen durch in Anspruch genommene Dienstleistungen. Sie werden durch Tarife festgelegt, die oft nur schwer zu überblicken sind. Üblicherweise besteht ein Tarif aus einem einmaligen Anschlussentgelt, einem Grundentgelt pro Abrechnungszeitraum und einem Nutzungsentgelt. Die Kosten einer Durchschaltevermittlung sind abhängig von der Verbindungsdauer, dem Verbindungszeitpunkt, der Entfernung und ggf. von einem Netzübergangstarif. Die Kosten für eine Datendirektverbindung werden durch die Übertragungsgeschwindigkeit, die Entfernung und der Quality of Service bestimmt. Bei einer Paketvermittlung wird meist nur das Datenvolumen tarifiert. Grundsätzlich wichtige Faktoren sind Wirtschaftlichkeit, Verfügbarkeit und Dienstanforderungen
Beispiele:
- Fe-Netz und ISDN sind weltweit verfügbar, können flexibel genutzt werden und arbeiten nach dem Prinzip der Stapelübertragung
- DDV (Datendirektverbindung) überträgt große Datenmengen zwischen bestimmten Rechnern mit einer hohen Sicherheit
- Mobilkommunikation bietet uneingeschränkte Mobilität
- Paketvermittlung transportiert eher geringe Datenmengen vieler Kommunikationspartner sehr flexibel
Planung der Verkabelung
Der Aufbau eines Rechnernetzes sollte mit einem Phasenkonzept umgesetzt werden. Die vier Phasen sind Projektierung, Planung, Installation und Inbetriebnahme. Voraussetzung ist eine durchgeführte Kommunikationsanalyse. Während der Projektierung wird die Zielsetzung definiert, die Dienstintegration vorgegeben, der Kostenrahmen abgesteckt und der Realisierungszeitraum festgelegt. Während der Planung werden die Topologie, die logische Struktur und die Übertragungsmedien festgelegt, das Managementsystem ausgewählt und die Ausschreibungsunterlagen erstellt. Die Installation wird meist von einer Fremdfirma durchgeführt und wird von Baumaßnahmen begleitet. Nach ausführlichen Abnahmetests wird das Netz schließlich in Betrieb genommen.
Einen besonderen Aspekt der Planung stellt die Strukturierte Verkabelung dar. Deren Ziele sind eine einheitliche Netzinfrastruktur an allen Arbeitsplätzen, eine flexible Topologie und die Absicherung von Teilen des Netzes. Es müssen Verteilerräume eingeplant werden, die Stromversorgung und Klimatisierung muss sichergestellt werden und die Trassenführung muss abgestimmt werden. Das Netz wird dabei in vier Bereiche aufgeteilt. Der Primärbereich regelt die Verkabelung auf dem eigenen Gelände zwischen Gebäuden. Der Sekundärbereich beschreibt die Verkabelung zu den einzelnen Etagen innerhalb eines Gebäudes. Der Tertiärbereich behandelt die Verkabelung auf einer Etage mit Hilfe von Patch-Feldern. Der Quartärbereich beschreibt den Anschluss der Endgeräte.
Damit das Netz möglichst störungsfrei funktionieren kann, muss die EMV (Elektro-magnetische Verträglichkeit) jeder Komponente anhand des CE-Zeichens sichergestellt werden. Zu berücksichtigen sind die Umgebung, die gesamte Verkabelung, der Blitzschutz, die Erdung und alle aktiven Komponenten.
Unterstützungsfunktionen für den Netzbetrieb
Netzwerkmanagement
Zentrale Aufgabe des NMS (Netzwerkmanagement-System) ist es, Fehlersituationen schnell und zuverlässig zu erkennen, ihre Ursache eindeutig zu lokalisieren, sowie diese von zentraler Stelle aus zu beheben. Die Anforderungen an das NMS sind Standardisierung, Funktionalität, Robustheit, Skalierbarkeit und Bedienungskomfort. Die Standardisierung der Komponenten spielt eine um so größere Rolle, je mehr Dienstleistungen das Netz abdecken soll. Das NMS umfasst Funktionen des Systemmanagements sowie des Schichtenmanagements. Zum Systemmanagement gehören Konfigurationsmanagement, Fehlermanagement, Leistungsmanagement, Sicherheitsmanagement und Abrechnungsmanagement. Auch bei Störungen sollte das Netz so robust sein, dass die Kernfunktionalität erhalten bleibt. Das NMS muss skalierbar sein und mitwachsen können. Ein hoher Bedienungskomfort des NMS ist anzustreben, dennoch ist sehr gut geschultes Personal in dessen Anwendung erforderlich.
Nutzer-Service
Der Nutzer-service bzw. Kunden-Service stellt die Schnittstelle zwischen Technik (Dienstangebot) und dem Anwender dar. Er versucht aufgetretene Probleme zu verstehen, leitet es ggf. an zuständige Personen weiter, vermittelt eine Lösung und sorgt für die Erfolgskontrolle der Lösung.
Quellen
- Skript / Präsentation Datenkommunikation SS 05
