Praktikum Japan

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Japan (jap. 日本, Nihon/Nippon;)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit allgemeinen Informationen die ein Praktikum in Japan betreffen.


Inhaltsverzeichnis

Finanzierung

Es gibt vier Säulen zur Finanzierung des Auslandspraktikums in Japan:

  1. Monatliches Gehalt seitens des Arbeitgeber.
  2. Zuschüsse zu Auslandsstudiengängen sind unter anderem möglich über
    • den DAAD,
    • die Hans-Wilhelm-Renkhoff-Stiftung,
    • die Fachhochschule.
    Hierfür sind formale Anträge mit Offenlegung der Einkommenssituation notwendig. Die Formulare der Renkhoff-Stiftung und der FH sind selbsterklärend und sollten einen Interessenten nicht abschrecken. Sie sind im Auslandsamt der FH Würzburg erhältlich. Da Japan nicht im EU-Ausland liegt kann Auslands-BaföG lediglich in Form eines Kaufkraftausgleiches gewährt werden.
  3. existierende Förderprogramme für Studierende aus deren Pool Mittel bereit gestellt werden können. Ansprechpartner ist hier der DAAD.
  4. Ersparnisse - Masterkarten im 7eleven akzeptiert, sonst Visitenkarten, keine EC-Karten

Eine Auflistung weiterer Förderer in Form von Stipendien findet man unter: Studieren im Ausland.

Visum

Das zu beantragende Visum bei der japanischen Botschaft kann vom Typ „Single entry“ oder „Re-entry“ sein. Falls die Möglichkeit besteht, sollte man darauf achten, dass „Re-entry“ ausgestellt wird, da die halbjährige Aufenthaltsgenehmigung mit jedem Betreten des Landes neu beginnt. Das Visum hat in der Regel eine maximale Laufzeit von einem Jahr. Bei Vorliegen besonderer Gründe kann es in dem zuständigen Immigration Office in Japan dann verlängert werden.

Die Zuständigkeit der Botschaft richtet sich nach dem Bundesland, in dem der ständige Wohnsitz gemeldet ist. Die Zuständigkeiten erfährt man im Internetauftritt des Konsulats.

Das Visum ist zweckgebunden. Im Falle eines Praktikums dient es generell dem Zweck „freetime activities“ mit besonderem Merkmal „internship“. Das bedeutet es kann nur verlängert werden, wenn dieses Merkmal weiterhin besteht. Ansonsten müsste es neu beantragt werden oder das Visum in ein Touristenvisum umgeschrieben werden. Dieses wäre für weitere 90 Tage gültig, berechtigt aber nicht dazu Einkünfte aus Beschäftigungen zu erzielen.

Generell wird nach zwei Typen von Visa unterschieden. Das traditionelle Verfahren sieht vor, dass man sich bei der Auslandsvertretung bewirbt und dieses zur Überprüfung die Unterlagen nach Japan versendet. Es ist auch möglich das „Certificate of Eligibility“-Verfahren zu praktiziert. Das heißt, die Praktikumsfirma tritt als Bürge für die bewerbende Person ein. Sie sendet dazu bestimmte Unterlagen an den Bewerber, der diese Unterlagen in der Auslandsvertretung vorlegt. In München, zuständig für Bayern und BaWü, wird das Visum zu den üblichen Geschäftszeiten binnen weniger Minuten ausgestellt. Eine Gebühr kann dabei erhoben werden, ein Lichtbild und polizeiliches Führungszeugnis sind unbedingt notwendig.

Arbeitsklima

Die japanische Arbeitsordnung ist streng hierarchisch. Eine Sachbearbeitergruppe arbeitet in der Regel an einem Aufgabengebiet. Der Gruppenleiter ist jederzeit für jeden ansprechbar. Über dem Gruppenleiter steht der Abteilungsleiter der zusammengefassten Gruppen und so weiter. Ein Aufstieg in der Hierarchie erfolgte früher überwiegend über das Alter.

Für Entscheidungen wird der Konsens in der Gruppe und darüber in der Abteilung gesucht. Eigeninitiative wird zur Konsensbildung eingebracht, dient aber stets dem Gruppenwohl und nicht eigenen Interessen.

Viele Besprechungen dienen ebenso zur Konsensbildung. Während der Besprechungen kann es vorkommen, dass der höher gestellte einnickt. Das ist nicht herablassend gemeint, sondern Ausdruck seines harten Einsatzes. Präsentationen während der Meetings sind voller technischer Details und veranschaulichender Grafiken. Die Fähigkeit zur graphischen Abstraktion ist stark ausgeprägt.

Japanische Vorgesetzte glänzen durch Wissen in allen Details der Arbeit der Gruppe. Sie sind nicht nur eingebunden, sie weisen nach gründlicher Analyse des Konsens, an dem sie aktiv mitwirken, den Weg und tragen die volle Verantwortung.

Das System der dualen Ausbildung ist in Japan nicht üblich. Es ist schwierig, überhaupt Praktikantenstellen für ein zu finden. Der Einstieg über eine deutsche Firma ist angeraten. Die japanischen Kollegen empfinden dieses duale System aus Praxis und Theorie als exotisch, kooperieren aber größtenteils engagiert mit ausländischen Kollegen. Viele Mitarbeiter bemühen sich, mit Praktikanten oder ausländischen Kollegen in Englisch in Kontakt zu treten. Andere meiden es, privat in Kontakt zu treten. Japaner gelten als schüchtern. Sie hören mehr zu, als dass sie reden. Small-talkende Ausländer erscheinen leicht als redselig.

Innerhalb einer Gruppe ist das Verhalten der Mitarbeiter während der Arbeitszeit professionell, in den Pausen oder nach der Arbeit eher herzlich. Alle Kollegen sind höflich zueinander. Vielen Menschen in den benachbarten Abteilungen wird man gar nicht vorgestellt. Dann ignoriert man sich einfach. Sich selbst vorzustellen gilt schnell als aufdringlich.

Wissenswertes

In Japan ist der Namensstempel (Hanko) die gebräuchliche Form der Ausweisung. Außerdem wird er benötigt, um ein Konto bei der Bank zu eröffnen und eine ID-Karte nach Visumsvorlage zu erhalten. Die endgültige ID-Karte liegt nach etwa 2 Wochen zur Abholung bereit und ist immer mit zu führen.

Mülltrennung ist in Japan wichtig. Man wird vor Ort stets informiert, wie Müll sortiert wird. Leider sind in der Öffentlichkeit Mülleimer selten.

Viele japanische Unternehmen sind nach ISO 14001 zertifizert und versuchen daher Energie effizient einzusetzen. Aus diesem Grund werden zu den Pausen die Lichter und Bildschirme gelöscht.

Im März findet die „Golden Week“ statt, während dessen angesparte Nationalfeiertage bezahlt abgefeiert werden und im August während der „Obon week“.

Faux-pas

Für einen Europäer, der sich in der japanischen Kultur bewegt, gibt es einige Möglichkeiten in Fettnäpfchen zu treten.

Hier ein paar Dinge, die man beachten bzw. vermeiden sollte.

  • Das Verschenken von vier Gegenständen. Das japanische Wort für „vier“ bedeutet Tod.
  • Das senkrechte Stecken von Stäbchen in den Reis. Dies ist dem Opfer für die Toten vorbehalten.
  • Das Tragen der rechten Seite eines Kimonos über die linke. So bestattet man die Toten.
  • Trinkgelder und Feilschen sind nicht üblich.
  • Vor dem Betreten eines privaten Raumes oder Hauses werden die Schuhe an einem dort vorgesehenem Platz ausgezogen und man betritt entweder in Socken oder Hausschuhen die Wohnung. Tatami-Matten werden nur in Socken betreten. In der Toilette wird, falls vorgesehen, in spezielle Pantoffeln gewechselt, die nicht mit den Hausschuhen verwechselt werden sollten. Dieser Ritus wiederholt sich beispielsweise auch in öffentlichen Bädern, in Hospitälern, an religiösen Stätten.
  • Bevor man ein japanisches Bad nimmt, soll man sich gründlich Waschen. Das japanische Bad dient rein zur Erholung.
  • Das laute Putzen der Nase gilt als unhygienisch und ist daher verpönt.
  • Der jüngste oder rangniedrigste Anwesende bedient den Aufzug, sitzt nahe der Tür oder auf dem Beifahrersitz.

Kommunikation

Gespräche ins Ausland

An öffentlichen Fernsprechern in Grün kann man auch ins Ausland telefonieren. Generell sind Telefonzellen im Allgemeinen noch weiter verbreitet als bei uns. Sie werden üblicherweise mit Karten betrieben, die man in Convenience Stores erwerben kann oder an Automaten, die direkt bei den Fernsprechern stehen. Vor dem Ländercode wählt man generell „010“ und dann den Ländercode, sowie den Regionalcode jeweils ohne die führende Nullen.

Mobiltelefon

Europäische Modelle werden nur im Roamingverfahren unterstützt und nur, wenn sie UMTS „funken“.

Fortbewegung

Öffentliche Verkehrsmittel

Verfügbarkeit

Die öffentlichen Verkehrsmittel decken in der Metropolregion Tokyo die größten Flächen ab. Es gibt an den besuchten Bahnhöfen englischsprachige Karten und Hilfestellungen zur Orientierung. Wege zum Bahnhof von einem Ort zu Fuß von mehr als 30 Minuten sind selten. Es gilt zu beachten, dass die letzten Züge gegen Mitternacht verkehren und man sich anschließend um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern oder durchfeiern muss.

Für Flugverbindungen zu den Ferienorten Okinawa und Hokkaido ist mit jeweils ca. 50.000 Yen zu rechnen (jeweils Hin- und Rückflug).

Nachtbusse empfehlen sich für Ausflüge nach Kyoto, Osaka, Hiroshima und kosten ab 7.000 Yen.

Bezahlsystem

Die Zugverbindungen im öffentlichen Nahverkehr sind zu einem großen Teil privatisiert. Manche Hauptverkehrsstrecken werden von privaten Linien und der ehemals staatlichen JR Group bedient. Diese Trennung war vormals etwas verwirrend. Spätestens mit dem gemeinsamen Bezahlsystem hat man den maximalen Kundennutzen erreicht. Man kann die „Suica“ (JR) oder ihr Gegenstück „Pasmo“ (privat) in Form einer Prepaid-Magnetkarte erwerben. Diese wird vor Gebrauch mit Beträgen von 1000, 3000, 5000, 10.000 Yen versehen und beim Betreten des Bahnsteiges über einen Sensor gezogen. Die Abbuchung erfolgt beim Verlassen des Bahnsteiges durch ein Gate. Es können Züge gewechselt werden, ohne dass man durch Gates muss. Nur beim Umstieg von privater Linie zur JR oder umgekehrt ist die Karte wieder bereit zu halten. Es gibt natürlich auch noch Einzeltickets, Streifenkarten, Monatskarten über den Automaten zu beziehen. Hat man ein Ticket oder Suica mit zu wenig „Gegenwert“, gleicht man den Differenzbetrag einfach vor Verlassen durch das Gate an bereitstehenden „Fair Adjust Machines“ aus.

Die billigste Stadtrundfahrt der Welt gibt es übrigens auch in Tokyo: Mit der Yamanote einmal im Kreis fahren, beispielsweise von Shibuya nach Shinjuku, gegen den Uhrzeigersinn, für 160 Yen.

Ausflüge mit dem Shinkansen müssen vorab in einem Büro der JR gebucht werden.

Für viele typische Ausflugsregionen in Japan existieren ermäßigte Tickets, die an Schaltern oder Büros der Gesellschaften erworben werden können. Hier hilft im Einzelfall die Webseite Japan-Guide weiter.

Auto

In der Region kann man prinzipiell auch gut ohne Auto leben. Für Ausflüge mit dem Auto beispielsweise in Hokkaido kann man einen Wagen mieten, wenn man vorher beim japanischen Automobilclub seinen Führerschein übersetzen lässt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 3290 Yen, inklusive Rücksendeporto. Hierfür muss man ebenfalls die ID-Karte mitschicken.

Taxi

Taxis fahren im Gegensatz zu den Zügen rund um die Uhr und sind vor jedem Bahnhof zu finden. Zur Nachtzeit, wenn die Züge nicht mehr verkehren kosten Taxis mitunter 2-3 fachen Aufschlag (ab 660 Yen tagsüber).

Freizeitaktivitäten

Ausgehend vom Großraum Tokyo bieten sich viele Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung.

Hier eine kleine Auswahl:

  • Hanami: Im Monat April, während der Kirschblüte, blüht das ganze Land auf. Die Menschen sind sehr gesellig und bierselig.
  • Wandern in den Nationalparks: Rund um Tokyo befinden sich mehrere Nationalparks als Naherholungsgebiete. Der Transport dorthin klappt reibungslos, die Luftqualität ist spürbar besser.
  • Hakone: Bekannter und nahe gelegener Badeort. Eignet sich auch zum Wandern.
  • Fuji-Besteigung: Auch für Anfänger machbar.
  • Odaiba: Künstlich aufgeschüttete Freizeit- und Amusementinsel
  • Nikkô: Prächtiger, alter Shogunatssitz
  • Kyoto: Alte Kaiserstadt, sehr gut erhaltene Tempel und Schreine
  • Hanabi: Feuerwerke in der Sommersaison, vornehmlich Juli und August. Viele Menschen strömen in Yukata
  • Aquarien
  • Disneyland
  • Sportliche Aktivitäten: In diversen Bosch-Freizeit- und Sportclubs, größtenteils unentgeltlich realisierbar
  • Sumo: Es ist schwierig, günstige Karten zu erstehen. Früh an der Vorverkaufskasse anstellen.
  • Akihabara: auch „Electronic town” genannt. Bekannt für sein Angebot an elektronischen Gadgets und Manga-Cafés
  • Shibuya: Schrill und bunt
  • Shinjuku: „Skyscraper district“, Sitz der Lokalregierung mit kostenlosem Ausblick von der Besucherplattform
  • Harajuku und Yoyogi-Park: Jugendkultur und Cosplay

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