ROI
aus www.iwiki.de, der freien Wissensdatenbank
Der Return of Investment (ROI) ist eine Kennzahl, die Aufschluss über das Verhältnis von Investition und Gewinn gibt: Die Kosten einer Investition werden in Beziehung zur Höhe des erwarteten Gewinns gesetzt. Der ROI gibt den prozentualen Anteil des Gewinns an einer Investition an und damit den Wert, der aus einer Investition zurückfließen wird.
Die Return-of-Investment-Analyse ist eine von verschiedenen Methoden zur Bewertung einer Investition. Der ROI ist derzeit eine der am häufigsten verwendeten Kennzahlen. In den vergangenen Jahrzehnten hat er sich bei Kaufentscheidungen für Computersysteme, „Go“- bzw. „No-go“-Entscheidungen für Marketing-, Rekrutierungs- und Trainingsmaßnahmen und eher traditionellen Investitionsentscheidungen wie dem Management von Aktiendepots und der Verwendung von Risikokapital bewährt.
Zwar kann mit Hilfe des ROI der Wert, der durch eine Investition geschaffen wird, ermittelt werden. Als alleinige Entscheidungsgrundlage sollte er jedoch nicht dienen, da er keine Aussagen über mögliche Risiken der Investition und über die Größenordnung der Rückflüsse zulässt.
Einfaches ROI-Beispiel
Der einfache ROI berechnet sich folgendermaßen:
(Gewinn - Investitionskosten) / Investitionskosten = Einfacher ROI
Ein Beispiel: Die zu erwartenden Kosten einer neuen Marketing-Kampagne betragen 500 000 Euro innerhalb der nächsten fünf Jahre. Im gleichen Zeitraum werden Gewinne in Höhe von 2 000 000 Euro angenommen. Daraus ergibt sich folgende Rechnung:
ROI = (Gewinne - Investitionskosten) / Investitionskosten =(2.000.000 - 500.000)/500.000 = 300%
Der einfache ROI lässt sich immer dann gut ermitteln, wenn sich Kosten und Nutzen einer Investition einander schlüssig zuordnen lassen und eindeutig aus einer bestimmten Handlung resultieren. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Unternehmen eine neue Werkzeugmaschine anschafft und nun mehr Teile als zuvor in kürzerer Zeit produzieren kann.
Wenn alle Randbedingungen gleich bleiben, ist eine Investition mit einem höheren ROI die bessere Investition. Der ROI sagt allerdings weder etwas über die Größenordnung des Rückflusses noch über die Risiken der Investition aus.
Bei komplexen Geschäftsentscheidungen ist es nicht immer ganz einfach, eine Kausalität zwischen den Kosten und dem aus ihnen resultierenden Nutzen herzustellen. Das macht den ROI als Entscheidungshilfe nur bedingt aussagekräftig. Je mehr indirekte oder allgemeine Kosten in die Rechnung einfließen (z. B. Verwaltungskosten), desto weniger Verlass ist auf den ROI.
Investitionsentscheidungen ziehen in der Regel über mehrere Jahre finanzielle Konsequenzen nach sich. Der Betrachtungszeitraum wird jedoch bei der Errechnung des ROI nicht berücksichtigt, ist aber ganz entscheidend. Um das Potential von zwei verschiedenen Investitionen miteinander vergleichen zu können, muss bei der Ermittlung des ROI vom gleichen Betrachtungszeitraum ausgegangen werden.
Sollten sich die finanziellen Folgen einer Investition über mehrere Jahre erstrecken, kann es sinnvoll sein, diskontierte (Nettobarwert) oder abgezinste Zahlen für die Investitionsentscheidung heranzuziehen.
