Second Life

aus www.iwiki.de, der freien Wissensdatenbank

Second Life (Abkürzung: SL) ist eine von Benutzern gestaltete virtuelle Welt die 2003 von Linden Labs entwickelt wurde. Dort können sich die Benutzer wie in der realen Welt bewegen und Handel betreiben, spielen, kommunizieren. Von mehr als neun Millionen registrierten Nutzern sind rund um die Uhr durchschnittlich zwischen 15.000 und 50.000 aktiv.

Second Life Client
vergrößern
Second Life Client



Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Second Life wurde ab 1999 von der Firma Linden Lab entwickelt. Seit dem 24. Juni 2003 ist SL online. Die serverseitige Software wird auf einer eigenen Serverfarm von Linden Lab betrieben. Um sich in der virtuellen 3D-Welt bewegen zu können, muss sich der Benutzer den herunterladbaren Client installieren. Die Clientsoftware stellt Werkzeuge zur Verfügung um seinen Avatar zu kreieren, Objekte zu erstellen, durch die virtuelle Welt zu steuern und mit anderen Benutzern zu kommunizieren. Um schnell von einem Ort zum anderen zu gelangen, kann man sich durch das Setzen von Landmarken durch die Welt teleportieren lassen.

Die Kommunikation innerhalb dieser Welt erfolgt entweder im öffentlichem-, privaten- Chat oder mündlich über Second Talk.

Die Währung in Second Life sind Linden-Dollars. Mit denen man Land und Gegenstände kaufen kann. Linden Dollars können in US Dollar gewechselt werden und umgekehrt. Somit besteht ein direkter Zusammenhang des Wirtschaftskreislaufes von SL und dem realen Wirtschaftskreislauf. Dadurch können Dienstleistungen und Güter frei gehandelt werden.

Das System SL wird auch als Kommunikationsnetzwerk für Communities benutzt, die mit Hilfe des integrierten Instant Messenger in Kontakt treten. So wurden bereits Schulungen und Vorlesungen virtuell abgehalten. Das System kann auch als Online Spiel gesehen werden.

Bis September 2007 registrierten sich 9,5 Millionen Benutzer bei Second Life, wobei zwischen 15.000 und 50.000 Personen gleichzeitig online sind.


Preise

Es gibt verschiedene Möglichkeiten bei SL anzumelden. Der „First Basic“ ist ein komplett kostenloser Account, der den Kauf von Land verbietet und außerdem erhält man kein wöchentliches Gehalt. Dafür kann man das Aussehen seines Avatars nach seinen Wünschen verändern und in den sog. Sandboxen Objekte bauen und benutzen. Der „Additional Basic“ Account bietet die gleiche Funktionalität kostet aber einmalig $ 9.95. Mit dem „Premium“ Account kann man sich die meisten Rechte sichern. Die Residents können Land erwerben und bekommen den höchsten Anmelde Bonus L$ 1000,- wobei der „First Basic“ nur L$ 250,- und der „Additional Basic“ keinen Bonus bekommt. Anfallende Kosten für den „Premium“ Account sind entweder monatlich $ 9.95 , im Quartal $ 22.50 oder jährlich $ 72 zu zahlen. Währung in Second Life ist der Linden Dollar (L$) den man z.B. gegen US$ oder EUR tauschen kann. Dabei entsprechen L$ 10000 = € 31,99 welche man mit Kreditkarte oder über Paypal bezahlen muss. Für Land zahlt man beispielsweise L$ 40000,- um 6128 qm zu erwerben. Aber nicht nur Land sondern auch verschiedenste neue Aktivitäten, Poster oder Gegenstände wie Autos können von anderen Spielern gekauft werden. Geld verdienen ist nur mit einem Job als beispielsweise DJ oder im Bereich der virtuellen sexuellen Dienstleistungen möglich. Auch kann man mit Campen (dem bezahlten Verweilen an bestimmten Orten) an Geld kommen indem man seinen Avatar gegen Bezahlung an bestimmte Orte stellt. Nähere Informationen gibt es hier.


Firmen und Politik

Die Anwesenheit einer Firma im Second Life sichert meist kostenlose Presseartikel und ist somit ein nützliches Marketing Instrument. Außerdem wird SL für Produkttests und das vermitteln von Produktinformationen verwendet. Firmen können im SL mit geringen Kosten Artikel erstellen und verbreiten. Aus dem Kaufverhalten kann dann ein Rückschluss für den realen Markt gezogen werden.


Nach einer Schätzung von Gartner werden bis zum Jahr 2011 ca. 80 Prozent der Internetnutzer ein virtuelles Doppelleben führen.


So haben sich im virtuellen Leben Firmen wie Adidas, BMW, DELL, Deutsche Post, FriendScout24, Daimler Chrysler, Mazda, IBM, Reebok, Sony BMG, TÜV und andere angesiedelt. Beispielsweise kann man bei Adidas Schuhe für den Avatar kaufen oder bei Dell seinen Wunsch-PC konfigurieren und im realen Leben zuschicken lassen.


Desweiteren sind auch private und staatliche Organisationen im SL vertreten wie Greenpeace oder die schwedische Botschaft.


Auch Parteien haben für sich das Second Life als Wahlkampfplattform entdeckt. Hier sind z.B. Segolène Royal und Nicolas Sarkozy präsent.


Interne Programmiersprache

Second Life besitzt eine eigene Programmiersprache die „Linden Scripting Language“ (Abkürzung: LSL) die den objektorientierten Sprachen C++ und Java ähnelt. Besitzt jedoch jedoch keine Vererbung und Polymorphismus.


Kritik

Second Life hat aber nicht nur positives zu bieten, durch die zunehmende Bekanntheit ist im Laufe der Jahre auch die Kritik gewachsen. Zahlen wie neun Millionen Benutzer hören sich zwar gut an, wenn aber nur 10% der angemeldeten User regelmäßig online sind kann man in manchen Welten komplett alleine sein.


Technik und Grafik

Kritisiert wird häufig die im Vergleich zu anderen Online-Spielen veraltete Grafik und das massive Ruckeln das häufig auftritt. Der Client ist so umfangreich und vielseitig, dass viele Benutzer nicht mehr in der Lage sind den Funktionsumfang zu überblicken. Die zusätzlich auftretenden Fehler haben in der Vergangenheit zu häufigen Updates geführt und Offlinezeiten der Second Life Welt zur Folge gehabt. Aus der aktuellen Version "1.18.2 (1)" (September 2007) kann man ablesen, dass immer noch die erste Programmversion verwendet wird.


Management von Linden Lab

Möglicherweise aufgrund einer sich seit 2006 hinziehenden Klage vor dem obersten US-Gerichtshof über die Verkaufspraxis virtueller Ländereien hat Linden Lab im Februar 2007 angekündigt, sich aus dem Landverkauf zurückziehen zu wollen. Womit sich der Betreiber künftig finanzieren will, ist bislang unklar. Vielleicht erklärt das auch wieso innerhalb von 2 Jahren die Fläche von SL so rasant auf ca. 700 Millionen Quadratmeter anstieg.


Gefährdung der Nutzer

Durch übermäßige Teilnahme kann es vorkommen, dass der User den Bezug zur Realität und zum Geld verlieren. Im Spiel kann es dazu führen, dass durch ihr handeln echte Kosten entstehen die zu einer realen Verschuldung führen können. Nur 400 Leute haben es geschafft über L$ 250000 zu verdienen, umgerechnet ca. € 600.

Da die Volljährigkeit nicht überprüft wird gibt es für Minderjährige keinen Schutz vor pornographischem Material. Eine angekündigte Umsetzung ist noch nicht realisiert worden.


Kriminalität

Im SL ist es möglich, dass der Avatar eines Kindes von einem Hacker kontrolliert wird. Deshalb halten einige Leute es für Kinder und junge Jugendliche ungeeignet. Der Hacker hat dann die Möglichkeit die Figur zu Dingen zu zwingen die der User nicht möchte.


Weblinks