Single Euro Payments Area

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Die 31 Teilnehmerstaaten (Grafik von Wikipedia.org)
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Die 31 Teilnehmerstaaten (Grafik von Wikipedia.org)

Die Single Euro Payments Area (SEPA) ist ein Projekt des European Payments Council (EPC), durch das ein europaweit einheitliches Zahlungssystem eingeführt wird. Im dadurch entstehenden Zahlungsraum, dem bisher 31 Länder angehören, sollen länderübergreifende Transaktionen erleichtert werden. Es sollen vorerst Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen unterstützt werden.

Inhaltsverzeichnis

Situation vor SEPA

Die Situation vor der Einführung von SEPA stellt sich folgendermaßen dar. Es gibt in den einzelnen Teilnahmeländer jeweils ein eigenes Zahlungsverkehrssystem. Diese ermöglichen jedoch nur Transaktionen innerhalb des Landes. Für grenzüberschreitende Transaktionen sind oft umständliche oder gar keine (Lastschrift) Ausführungsmethoden vorgesehen. Einerseits erschwert dies die Handhabung für den Anwender. Andererseits müssen die Banken verschiedene Transaktionssysteme betreiben und warten.

Ziel

Das European Payments Council (EPC) – die Vereinigung der europäischen Banken – hat in Absprache mit der EZB (Europäische Zentralbank) und der Europäischen Kommission das SEPA ins Leben gerufen. Durch das SEPA sollen die oben beschriebenen Nachteile aus der Welt geräumt werden.

SEPA steht für Single Euro Payments Area (Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum) und dient der Erleichterung des innereuropäischen Zahlungsverkehrs. Es stellt einen Standard innerhalb der teilnehmenden Länder auf und beseitigt die Differenzen ihrer unterschiedlicher Zahlungssysteme. Auf lange Sicht soll es die einzelnen Transaktionssysteme der Teilnehmerländern ablösen, so dass diese bis 2020 außer Betrieb genommen werden können.

Neben den rechtlichen Bedingungen werden Prozesse, Formate, Standards und Softwarelösungen vereinheitlicht. Grundlegend sollen dadurch nicht nur Überweisungen sondern auch Lastschriften und das Zahlen via Karte unterstützt und voll automatisiert abgewickelt werden.

Durch SEPA entstehende Vorteile

Privatkunden können durch Vorteile wie

  • eine größere Anbietervielfalt,
  • ein leichteres Wechseln zu Auslandsbanken,
  • ein stärkerer Wettbewerb und höhere Markttransparenz,
  • mehr Zusatzleistungen und
  • mehr Flexibilität im Ausland

profitieren.

Die Vorteile von denen Unternehmen profitieren, sind

  • die Standardisierung des Euro-Zahlungsverkehrs,
  • eine europaweite Auswahl von Anbietern,
  • ein unkompliziertes Debitorenmanagment,
  • mehr Zahlungsmöglichkeiten im Ausland durch die nun mögliche Lastschrift und
  • eine bessere Zahlungsidentifikation im Lastschriftverfahren.

Standards und Datenformate

Durch die Einführung von SEPA müssen bei den Banken einige Veränderungen vorgenommen werden. Jedoch wurde darauf geachtet, nicht willkürlich Neues einzuführen, um den Aufwand bei den Banken wie auch bei den Kunden so gering wie möglich zu halten.

Es wird auf die schon international vorhandenen BIC (Bank Identifier Code) der SWIFT gesetzt. Auch auf die sich langsam durchsetzende IBAN (International Bank Account Number), die schon in über 40 Ländern innerhalb und außerhalb der EU verwendet wird, wurde zurückgegriffen. Sowohl die BIC als auch die IBAN wurden schon bei der EU-Standardüberweisung verwendet. Somit kann bei den nötigen Umstellungen auf bestehende Strukturen aufgebaut werden. Obwohl die IBAN zwar schon alle nötigen Informationen für eine Überweisung enthält (Land, Bank und Kontonummer), muss noch die BIC verwendet werden, da international noch nicht alle Länder die IBAN eingeführt haben.

Bei dem Datenaustausch wird auf das gängige und freie XML-Format zurückgegriffen. Dies erleichtert nicht nur den Umstieg, sondern beschleunigte auch die Definition von SEPA.

Datenformate

Der Datenaustausch und damit auch die Dateiformate sind grundlegend in zwei Bereiche eingeteilt. Der erste, genau reglementierte Bereich gilt der Kommunikation zwischen den Banken. Diese findet ausschließlich über XML statt. Banken sind von einer reibungslosen Kommunikation untereinander sehr abhängig. Deshalb wurde diese Kommunikation exakt definiert und reglementiert. Der XML-Standard ist einerseits von Vorteil, da die Banken aufgrund der schon etablierten Technologie die nötigen Möglichkeiten haben, die Daten zu migrieren. Andererseits führen die umfangreichen Metainformationen der XML-Daten zu einem beträchtlichen ansteigenden Datentransfer. Bei der hohen zu erwartenden Transaktionshäufigkeit wird dies von Bedeutung sein. Das erhöht nicht nur die Kosten sondern auch die Dauer der Kommunikation.

Den zweiten Bereich des Datenaustauschs stellt die Kommunikation zwischen den Banken und ihren Kunden dar. Auch diese soll im XML-Format stattfinden. Bedauerlicherweise wurde in diesem Bereich kein genauer Standard festgelegt sondern eher eine Empfehlung gegeben. Dadurch können landes- wie auch institutseigene, unterschiedliche Lösungen entstehen, die vor allem den Kunden zur Last fallen werden.

Obwohl ISO-Standards durchaus berücksichtigt wurden, ist nicht sichergestellt, dass diese bei den späteren Umsetzungen eingehalten werden. Leider liegt die Verantwortung, an dieser Stelle eine kundenfreundliche Lösung zu schaffen, allein in der Hand der Banken. Deutschlandweit kündigt sich der EBICS (Electronic Banking Internet Communication Standard) an, der von dem ZKA (Zentraler Kreditausschuss) für Anfang 2008 als verpflichtend erklärt wurde. Der EBICS ist bei einigen Kreditinstituten schon jetzt (Stand November 07) im Einsatz.

IBAN

Die International Bank Account Number (IBAN) ist ein aus maximal 34 alphanumerischen Zeichen bestehender Code, der ein Bankkonto identifiziert. Die ISO-Norm ISO 13616:2003 legt fest, wie diese Nummer zu generieren ist. Die IBAN ist schon in über 40 Ländern eingeführt und findet immer mehr Verbreitung. Durch 30 frei belegbare Stellen ist es den einzelnen Ländern möglich, ihre verschiedenen Systeme abzubilden.

Bestandteile der IBAN sind

  • ein zweistelliger aus Buchstaben bestehender Ländercode,
  • zwei Prüfziffern und
  • eine maximal 30-stellige Kontoidentifikation, deren Unterteilung länderabhängig ist.

BIC

SWIFT-Logo
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SWIFT-Logo

Der BIC (Bank Identifier Code) - auch SWIFT-Adresse - ist ein von der SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) eingeführter Code zum Identifizieren von Banken. Der BIC, der in mehr als 200 Ländern Anwendung findet, gilt im Gegensatz zur IBAN als international etablierter Standard. Er wurde für Transaktionen zwischen den Banken eingeführt.

Der Code besteht aus 8 obligatorischen und 3 weiteren fakultativen Zeichen und hat folgenden Aufbau:

  • Ein vierstelliger alphabetischer Bankcode,
  • ein zweistelliger alphabetischer Ländercode,
  • ein zweistelliger alphanumerische Code des Ortes und
  • eine dreistellige alphanumerische Filialekennzeichnung (fakultativ).

Produkte

Vorerst sind vom EPC drei Produkte geplant. Dies sind SEPA Credit Transfer, SEPA Direct Debit und SEPA-Kartensysteme. Nach der erfolgreichen Einführung dieser Produkte können weitere folgen.

SEPA Credit Transfer

Mit dem Produkt SEPA Credit Transfer wird eine SEPA-Euro-Überweisungen ermöglicht. Dies ist das erste SEPA-Produkt und wird ab Januar 2008 zur Verfügung stehen. Die grundlegenden Eigenschaften von SEPA Credit Transfer sind

  • eine vereinheitlichte Konto- und Bankidentifikation mit IBAN und BIC (SWIFT),
  • eine Höchstdauer der Laufzeit von drei Bankarbeitstagen,
  • eine vollständige Gutschrift der Überweisung auf dem Empfängerkonto,
  • eine getrennte Abrechnung der Kosten (Demnach können Banken die Spesen nur bei ihren eigenen Kunden geltend machen) und
  • eine vollständige Weitergabe der Verwendungszweck- und Referenzdaten des Auftraggebers.

SEPA Direct Debit

Ein weiteres, bei weitem komplexeres Produkt, das SEPA Direct Debit, ist das europaweite Lastschriftverfahren. Aufgrund des hohen Reglungsbedarfs rechtlicher wie auch technischer Natur wird dieses Produkt erst später als die einheitliche Überweisung realisiert. Die Einführung ist für Ende 2008 bis Anfang 2009 vorgesehen.

Die wesentlichen Merkmale von SEPA Direct Debit sind:

  • Eine Identifikation von Konto und Bank durch IBAN und BIC.
  • Einmalige und mehrfache Lastschrifteinzüge. Bei der einmaligen wie auch bei der mehrfachen Lastschrift muss mindestens fünf Tage vor dem (ersten) Fälligkeitsdatum die Forderung vorliegen. Bei mehrfachem Einzug muss für die folgenden Lastschriften die Forderung nur zwei Tage vorher vorliegen. In dieser Zeit hat die Bank des Belasteten die Möglichkeit, Liquidität und nötige Einwilligung zu prüfen.
  • Der Belastete muss spätestens 14 Tage vor dem Einzug benachrichtigt werden.
  • Ebenfalls hat der Belastete 6 Wochen lang die Möglichkeit, unberechtigte Abbuchungen rückabzuwickeln.
  • Um Einzüge identifizieren zu können kann der Veranlassende die einzelnen Lastschriften mit Referenznummern versehen.
  • Der zusammengelegte Zahlungsraum sorgt auch dafür, dass in Nicht-Euroländern des SEPA Lastschriften in der Währung Euro vorgenommen werden können.

SEPA-Kartensysteme

Die Funktion der SEPA-Kartensysteme schafft eine rechtliche Verpflichtung für eine faktisch schon länger existierende Zusammenarbeit der meinsten Banken. Es soll sichergestellt werden, dass man mit jeder Bankkarte an sämtlichen Geldautomaten Geld abheben und an jedem Händlerterminal bezahlen kann. Im gleichen Zug werden auch europaweite Maßnahmen gegen den Kreditkartenbetrug ergriffen. Es werden gemeinsame Sicherheitstechnologien bei SEPA-Kartentransaktionen verwendet, wie z. B. der Chip auf den Bankkarte oder die PIN-Autorisierung bei Bezahlungen.

Vorbereitung und Einführung

Die Einführung von SEPA wurde neben der Gesetzgebung der "Europäischen Kommission". Bereits im Jahre 2002 hat die Gemeinschaft der europäischen Banken (EPC) beschlossen, bis 2010 einen einheitlichen Euro-Zahlungsraum zu schaffen. Zu diesem Zahlungsraum gehören neben den EU-Staaten auch Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz.

Als erster Zwischenschritt auf dem Weg zu SEPA ist das Inkrafttreten der EUR-Regulierung 2560/2001 zur Einführung der EU-Standardüberweisung zu sehen. Schon die EU-Standardüberweisung stützt sich auf die Angabe von IBAN und BIC und ermöglicht Zahlungen bis 12.500 Euro.

Im Laufe der Jahre 2006 und 2007 wurde der nötige gemeinsame rechtliche Rahmen geschaffen. Die künftigen Verfahren wurden genau beschrieben, um Probleme zu vermeiden. Gleichzeitig hatten die Banken die nötige Zeit für das Implementieren der neuen Standards für Überweisungen, Lastschriften und das Kartengeschäft. Die Pilotprojekte wurden schon im Jahre 2007 gestartet, um Anfang 2008 ein funktionierendes System zu garantieren.

Ab dem Jahr 2008 werden die alten landeseigenen Zahlungssysteme und das neue SEPA-System parallel laufen. Oft wird der 28. Januar 2008 als Starttermin genannt. Dieses Datum wurde wahrscheinlich gewählt, um die üblichen Umstellungen zum Jahreswechsel nicht mit den SEPA-Umstellungen zusammenfallen zu lassen.

Ab dem Jahr 2010 soll schon begonnen werden, die landeseigenen Zahlungssysteme abzuschalten. Viele Stimmen, vor allem aus dem Bereich der Banken, wünschen eine marktgesteuerte Abschaltung der Systeme. Das bedeutet, dass erst bei einer entsprechenden Akzeptanz seitens der Nutzer komplett umgestellt wird. Bei einer gesetzlichen Regelung werden zum entsprechenden Stichtag hohe Lastveränderungen oder Ausfälle befürchtet.

Auswirkungen auf das Electronic Banking durch SEPA

Einheitlicher Zahlungsverhkehr

Innerhalb Europas wird mit steigender Akzeptanz des Systems ein einheitliches Zahlungssystem verwendet. Das hat zur Folge, dass Inlands- und Auslandsüberweisungen gleichartig werden. Aber auch das System ausländischer Banken wird durch den gemeinsamen Standard zugängiger.

Verbesserung von Lastschriften im Ausland

Auch bei den Lastschriften profitieren die Kunden von einem gemeinsamer Standard. Die größten Vorteile liegen allerdings darin, dass nun ein gemeinsamer rechtlicher Rahmen herrscht und dass die Banken verpflichtet sind, europäische Lastschriften anzubieten. Vor der Einführung von SEPA waren Lastschriften im Ausland manchmal nur möglich, indem man selber im entsprechenden Land Beziehungen mit einer Bank aufnahm.

Aufwendigere und sicherere Lastschriften und Zahlungen im Inland

Bisher konnten Lastschriften innerhalb Deutschlands entweder durch das Einzugsermächtigungsverfahren oder das Abbuchungsauftragsverfahren durchgeführt werden. Während beim Einzugsermächtigungsverfahren der Zahlungsempfänger die Transaktion auslöst, gibt beim Abbuchungsauftragsverfahren der Belastete den Auftrag. Das neue europaweite Verfahren ist eine Kombination der beiden alten Verfahren und stellt somit einen insgesamt höheren Aufwand dar. Positiv ist zu sehen, dass es nun schwieriger ist, unberechtigte Abbuchungen von fremden Konten vorzunehmen.

Doppelbelastung der Banken

Vom Januar 2008 bis zur Abschaltung der nationalen Lösung müssen die Banken zwei verschiedene Zahlungssysteme betreiben und warten. Dies führt zu einer Doppelbelastung, die sich vor allem in den entstehenden Kosten bemerkbar machen wird.

Implementierungsaufwand für Systeme bei den Banken

Einen beträchtlichen Aufwand werden die Implementierungen der neuen Systeme für die Banken darstellen. Es müssen z.B. Veränderungen beim Onlinebanking, bei der Kommunikation mit anderen Banken, bei Formularen und bei Beleglesern vorgenommen werden. Beispielsweise müssen beim Onlinebanking neue Datenfelder für IBAN und BIC eingeführt werden. Die Kundeneingaben in diese Felder müssen verifiziert werden. Hierfür gibt es für die IBAN einen komplexen Algorithmus. Bei dem Onlinebaning über die Internetseite müssen die neuen Felder ins LAF (Look and Feel) eingearbeitet werden. Für Kunden, deren ERP-System (Enterprise-Resource-Planning-System) Transaktionen ausführt, müssen neue Schnittstellen angeboten werden.

Implementierungsaufwand für Systeme bei den Kunden

Kunden, die Software nutzen um Bankgeschäfte zu vereinfachen, werden diese auf den neuen Standard umstellen müssen. Bei Standardsoftware werden die nötigen Updates vom Hersteller bereitgestellt umd müssen nur noch installiert werden. Vor der Umstellung müssen jedoch die Bankdaten der Geschäftspartner in den neuen Formaten vorliegen. Bei Individualsoftware können durch die nötigen Veränderungen hohe Kosten entstehen. Bei sehr komplexen Produkten, wir ERP-Systemen, ist auch mit hohen Kosten zu rechen. Je nach Aufwand kann die Amortisation durch die Ersparnisse durch SEPA längere Zeiten dauern.

Beratungsauswand für Banken

Durch neue Systeme entsteht bei Kunden Unsicherheit. Darauf müssen die Banken vorbereitet sein, um mit geschultem Personal auf die Fragen der Kunden eingehen zu können. Für Schulungen und einen steigenden Beratungsaufwand werden für die Banken ebenfalls Kosten entstehen.

Einarbeitungs- und Umstellungsaufwand für Kunden

Auch für Kunden werden zuerst Investitionen nötig sein. Es müssen unter anderem Briefbögen abgeändert, Lastschriften erneuert, Internetseiten aktualisiert, Geschäftsdaten gepflegt und Mitarbeiter eingearbeitet werden. Dies wird für Kunden vorerst zu höheren Kosten führen.

Langfristig weniger Kosten

Spätestens nach Abschaltung der nationalen Systeme werden sowohl Banken als auch Kunden finanziell durch das neue System profitieren. Für Banken wird das einheitliche System vor allem dazu führen, dass es weniger Schnittstellen gibt. Bei Kunden wird der Aufwand im europäischen Zahlungsverkehr zurückgehen.

Ersetzen von DTA durch FTAM

Durch denn nun eingesetzten Standard XML werden versuchen, Banken den alten Standard DTA (Datenträgeraustauschverfahren) abzulösen. Das auf die XML-Struktur aufbauende Protokoll FTAM (File Transfer and Access Management) wird DTA auf Dauer ablösen. Auch diese Umstellung wird bei Banken und Kunden Kosten erzeugen.

Der Markt der europäischen Banken wird transparenter

Vor allem die verschiedenen Systeme zum Identifizieren der Bankkonten sorgte bisher bei ausländischen Kunden für Verwirrung. Der Wegfall der unterschiedlichen Systeme führt zu einem transparenteren Markt. Die Folge wird eine stärkere Konkurrenz unter den europäischen Banken sein. Es ist vorstellbar, dass deutsche Kunden z.B. zu niederländischen Banken wechseln um an allen deutschen Bankautomaten kostenlos abheben zu können.

Outsourcing der Zahlungsverkehrsabwicklung 12

Der Zahlungsverkehr unter allen Banken wird durch SEPA vereinheitlicht. Dies erleichtert es den Anbietern, sich hierauf zu spezialisieren. Banken könnten dann den Bereich der Zahlungsverkehrsabwicklung leichter outsourcen und somit Geld sparen.

Entwicklung innovativer Produkte

Eine wachsende Konkurrenz wird Banken zu innovativen Produkten zwingen, die sie von den Mitbewerbern unterscheiden. Kunden können auch in Zukunft mit steigendem Komfort bei den Bankgeschäften rechnen.

Höherer Speicherbedarf und Netzlast durch XML

Laut Aussage der WestLB ist mit einem bis zu 300% höheren Speicherbedarf zu rechnen. Dies erhöht die nötige Speicherkapazität der Banken und fordert schnellere Übertragungswege innerhalb und zwischen den Banken.

Weniger Fehlüberweisungen

Bei dem bisher in Deutschland angewandten System mit BLZ und Kontonummer wurde nur die BLZ durch einen Namensabgleich der Bank verifiziert. Durch die Einführung von zwei Pfüfziffern in der IBAN werden Zahlendreher und Zahlensverwechslungen erkannt.

Höhere Kartenakzeptanz

Da der Einstieg in SEPA für alle Banken in Europa verpflichtend ist, werden in Zukunft die Bankkarten an allen Bankautomaten der SEPA-Länder akzeptiert. Auch bei Händlerterminalen wird dementsprechend die Akzeptanz steigen.

Steigende Sicherheit

Die gemeinsame Sicherheitsverfahren der Banken werden den Betrug erschweren. Sicherheitslücken, die durch die Zusammenarbeit verschiedener Sicherheitssysteme bestehen, werden somit beseitigt.

Fazit

Die Idee, eine grenzüberschreitend einheitliche Lösung für den Zahlungsverkehr zu finden ist gewiss nicht schlecht. So können zukünftig Überweisungen, Lastschriften und Kartenabhebungen im europäischen Raum leichter ausgeführt werden. Auch die Banken profitieren von den definierten Standards und können viel automatisieren. Vor allem ist positiv zu werten, dass die EPC darauf bedacht war auf bestehende Standards zurückzugreifen. Durch die Nutzung des IBAN und des BIC, die auch schon international verwendet werden, ist SEPA evtl. schon eine Anlehnung an einen später kommenden internationalen Standard.

Weblinks und Quellen

  1. Wikipedia - Single Euro Payments Area
  2. Wikipedia - International Bank Account Number
  3. Wikipedia - SWIFT-BIC
  4. SEPA in der Schweiz
  5. Meilensteindarstellung der Nordbank
  6. SEPA-Informationen der Deutschen Bank
  7. FAQ's der WestLB zu SEPA
  8. SEPA-Gloassar der Commerzbank (PDF)
  9. Informationsbroschüre der EZB - englisch (PDF)
  10. Informationsbroschüre der Credit Suisse (PDF)
  11. Electronic Banking 2007 - Teil 1: Delphi-Expertenbefragung


Martin Wagner