Six Sigma
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Six Sigma( 6 σ ) ist ein Begriff aus der Statistik, der als Synonym für Null-Fehler Qualität steht, da in einem Prozess, der Six Sigma erfüllt, unter bestimmten Rahmenbedingungen bezogen auf 1 Million Möglichkeiten nur 3,4 fehlerhafte Ergebnisse entstehen.
Anknüpfend an die bedeutung von Six Sigma in der Statistik gibt es einen zweiten Teil der Six Sigma Betrachtung, nämlich die Methode der Qualitätssicherung zur Optimierung von Unternehmensprozessen und daraus resultierend von Produkten und Dienstleistungen.
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Six Sigma in der Statistik
In der Statistik steht Sigma (σ) für die Standardabweichung der Gaußschen Normalverteilung. In einem Prozess, der das Niveau von Six Sigma ( 6 σ) erfüllt, entstehen, bezogen auf eine Million Möglichkeiten, nur 3,4 fehlerhafte Ergebnisse. Damit liegt die Anzahl der fehlerfreien Prozesse bei 99,99966 Prozent. Das durchschnittliche Qualitätsniveau in den Unternehmen liegt normalerweise zwischen drei und vier Sigma; das entspricht einer Ausbeute von 93,3 bis 99,4 Prozent. Kurz gesagt: Im Qualitäts-Management steht Six Sigma für Null-Fehler-Qualität.
Geschichte
Entwickelt wurde Six Sigma Mitte der 80er Jahre bei Motorola, um Qualitätsprobleme zu beheben. Nachdem die Methode anfangs nur in der Produktion Anwendung fand, hat sie in den letzten Jahren immer stärkeren Einzug in den Service- und Dienstleistungsbereich gefunden. General Electric gehört zu den Six-Sigma-Pionieren und hat die Methode erfolgreich eingeführt und entscheidend geprägt. Nachdem diese Methode anfangs nur in der Produktion eine Anwendung fand, hat sie in den letzten Jahren immer stärkeren Einzug in Service- und Dienstleistungsunternehmen (Banken, Versicherungen, BackOffices ect.) gefunden.
Methoden und Werkzeuge
DMAIC
Nach dem Erfassen der Kundenwünsche und der Steuerung der internen Prozesse werden Kundenwünsche und Output der Prozesse stetig gemessen. Wird festgestellt, dass der Kunde nicht das bekommt, was er sich wünscht, so leitet der Prozessverantwortliche, in Übereinstimmung mit der Unternehmensleitung ein systematisches Produkt-/Prozessverbesserungsprojekt. Um bereits bestehende Prozesse messbar und nachhaltig zu verbessern, wird DMAIC- Model eingesetzt.
DMAIC- Define - Messure - Analyse - Improve - Control.
Define – eindeutige Definition der Projektziele: Wer ist der Kunde? Wie ist der Prozess gestaltet? Was ist unsere Wertschöpfung?
Measure – Daten zur Feststellung des Ist-Zustands: Wie wird die Fähigkeit des Prozesses gemessen?
Analyze - Analyse der Daten (statistische Methoden): Was verursacht Fehler im Prozess?
Improve – Entwicklung von Lösungen zur Verbesserung des aktuellen Zustands. Durchsetzen der notwendigen Verbesserungsmaßnahmen.
Control – Überwachung der Umsetzung (standardisierte Controllinginstrumente).Lenkung der Prozesse über geeignete Prozessmetriken
DFSS
In Six Sigma Unternehmen wendet man teilweise auch abgewandelte DMAIC Prozesse an, die unter dem Begriff DFSS (Design for Six Sigma) zusammengefaßt werden. Hierbei werden keine bestehenden Prozesse verbessert, sondern neue Prozesse geschaffen.
Personalinfrastruktur
Personalinfrastruktur in der Six-Sigma-Organisation ist hierarchisch gegliedert und orientiert sich dabei an japanischen Kampfsportarten.
- Deployment Champion: ist für die Einführung und für die Umsetzung von Six Sigma im Unternehmen verantwortlich.
- Master Black Belt: entwickelt Six Sigma im Unternehmen weiter, coacht und berät die Black Belts bei ihren Projekten und trainiert die Mitarbeiter.
- Black Belt: Projektleiter und Methodenfachmann für Six Sigma. Er kennt die Werkzeuge und leitet das Six-Sigma-Projekt und coacht die Green Belts.
- Green Belt: Teammitglieder von Six Sigma-Projekten, die die Grundlagen von Six Sigma und die wichtigsten Werkzeuge kennen.
- Yellow Belt: Teammitglieder, die die Grundlagen von Six Sigma kennen.
Weitere bedeutende Rollen in Six Sigma Projekten spielen:
Der Sponsor als Auftraggeber von Projekten, der die finanziellen Ressourcen und Humankapital (Teammitglieder) für die Durchführung seines/seiner Six Sigma Projekte(s) bereitstellt.
Der Controller, der für die finanzielle Beurteilung innerhalb der Projekte verantwortlich zeichnet
Theorie
Die Theorie: In einem Unternehmen, das flächendeckend nach Six Sigma organisiert ist, fallen keine Nachbesserungen mehr an - die Prozesse laufen nahezu fehlerfrei. Dadurch sinken die Qualitätskosten auf weniger als ein Prozent vom Umsatz.
Das Einführen messbarer Ergebnisse, z.B. durch Ermitteln des 6 σ-Wertes für einen Teilprozess, ermöglicht auch die Vergleichbarkeit von gleichartigen Prozessen, im Idealfall über Branchen hinweg.
