Social Networking and Mobile

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Definition

Mobile Social Networking bezeichnet das spezielle Social Networking von Benutzern mit einem mobilen EndgerĂ€t (insbesondere Handy / MDA / etc.). Mobile Social Networking fördert das Bestehen virtueller Communities, Ă€hnlich wie in web-basierenden Social Networks. Ein Trend der sich auch fĂŒr die bestehenden web-basierenden Social Networks zeigt, ist, dass der Benutzer mobile Schnittstellen nachfragt um auch mobil am Netzwerk zu partizipieren. Dies liegt unter anderem auch daran, dass die Zielgruppe der 15 bis 25-jĂ€hrigen ("Generation Mobile") mit dem Werkzeug Handy aufgewachsen ist.

Inhaltsverzeichnis


Mobile Kommunikation

SMS

Der SMS (Short Message Service) erlaubt Benutzern von mobilen EndgerĂ€ten und Internetnutzern eine 1:1 Kommunikation zu einem mobilen EndgerĂ€t und ist begrenzt auf eine NachrichtenlĂ€nge von 160 Zeichen. Dadurch ist es den Benutzern möglich eine Unterhaltung zu fĂŒhren, die nicht stationĂ€r gebunden ist. Der Markt fĂŒr SMS ist bis heute der UmsatzstĂ€rkste im Mobilfunkbereich. Daher werden SMS-Mehrwertdienste (Enhanced Message Service: SMS-Chat, Klingeltondownloads, etc.) gerne von Werbetreibenden verwendet.

SMS-Chat

Der SMS-Chat ermöglicht die Partizipation von mehreren Benutzern an einer Unterhaltung. Diese n:m Kommunikation ist weniger populÀr als der SMS, jedoch ist hier das Werbeaufkommen höher als im normalem SMS.

MMS

Der MMS (Multimedia Message Service) ist eine Weiterentwicklung des SMS und des EMS, die es erlaubt multimediale Elemente an ein mobiles EndgerÀt oder eine E-Mail Adresse zu senden.

Push 2 Talk

Mit nur einem Tastendruck kann der Sender eine Sprachnachricht an einen oder mehrere EmpfĂ€nger senden. Die Technologie basiert auf dem "Walkie-Talkie-Prinzip". Die Sprachnachricht wird in Datenpakete ĂŒbertragen und dem EmpfĂ€nger paketweise (GPRS) zugestellt. Der Empfang funktioniert entweder automatisch - wird also direkt am EndgereĂ€t des EmpfĂ€ngers wiedergegeben - oder manuell - der EmpfĂ€nger ruft die Sprachnachricht ab.

Studien ĂŒber die Nutzung von mobilen EndgerĂ€ten

In 2006 hat die Telephia Audience Measurement [1] fĂŒr die Nutzer in Großbirtannien eine Umfrage gestartet, wie stark die Benutzer mobiler EndgerĂ€te die zur VerfĂŒgung stehenen Funktionen nutzen.

Funktion Nutzungsgrad (%)
SMS 85%
MMS 35%
Games 26%
Internet 19%
Klingeltöne 15%
Musik 14%
E-Mail 11%
Uploads 4%
Video 3%

Zum Vergleich dazu die aktuelle Entwicklung von m:metrics [2]. Es ist festzustellen, dass die klassischen Verwendungen (SMS, Klingeltöne, etc.) rĂŒcklĂ€ufig sind.
Bild:2007_cgr_mobilestat.jpg

Web 2.0 und Mobile

Einer anderen Studie von m:metrics zur Folge ist die Anzahl der Nutzer, die mobil auf Social Networks zugreifen stark ansteigend. Jedoch steht in Deutschland der Durchbruch noch aus. Insgesamt haben im Juni 2007 etwa 12,3 Mio. Benutzer aus den USA und Westeuropa ein Social Network von einem mobilen EndgerĂ€t aus besucht, die meisten davon (7,5 Mio.) in den USA, gefolgt von Italien (1,3 Mio.) und Großbritannien (1,1 Mio.). Auf den PlĂ€tzen folgen Spanien, Deutschland und Frankreich.

FĂŒr die USA und Großbritannien hat die Studie noch einen Vergleich gefahren, welche Social Networks von wie vielen Benutzern ĂŒber ein moblies EndgerĂ€t aufgesucht wurden.

  • MySpace [3] (3.7 million mobile users in the US and 440,000 in the UK)
  • Facebook [4] (2 million mobile users in the US and 307,000 in the UK)
  • Bebo [5] (288,000 mobile users in the UK)
  • YouTube [6] (901,000 mobile visits in the US)

In Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien war das meist bekannte mobile Social Network MSN Live Space, welches aber nicht durch ein Mobilfunkangebot durch Microsoft selbst angeboten wird, sondern von den Nutzern im mobilen Browser aufgerufen werden muss.

Im Jahr 2006 hat die Telephia Audience Measurement eine Studie darĂŒber veröffentlicht, wie viele Benutzer schon einmal von einem mobilen EndgerĂ€t Daten in ein Social Network eingefĂŒgt haben.

Social Network Mobile UK-Uploaders (%)
mySpace 21%
Windows Live Spaces [7] 19%
YouTube 9%
bebo 9%
Hi5 [8]] 5%


Social Network Mobile US-Uploaders (%)
mySpace 32%
Facebook 13%
Windows Live Spaces 11%
YouTube 9%
Hi5 6%

Reine Mobile Social Networks

Als reine Mobile Social Networks bezeichnet man alle Portale, welche speziell auf Benutzer mit mobilen EndgerĂ€ten zugeschnitten sind. Diese Portale sind hauptsĂ€chlich lokal zu finden und nutzen neben den ĂŒblichen Zugriffspunkten (SMS, MMS) die Bluetooth-Schnittstelle des mobilen EndgerĂ€ts um die physische Umgebung des Benutzers nach weiteren Netzwerkmitglieder zu durchsuchen. So arbeiten zum Beispiel der lokale US-Anbieter Dodgeball [9] oder enpresence [10].
Dass sich diese Portale im noch in der Probe befinden zeigt Yahoo!. Der Riese hatte das Portal mixd aufgekauft, welches jedoch nach einer Pilotphase seit einiger Zeit den Betrieb wieder eingestellt hat. Es wird nun darauf verwiesen Yahoo!2Go oder Yahoo!Mobile zu benutzen. Es wird spekuliert ob ein rein mobil basierendes Portal fĂŒr den jetztigen Markt und das Benutzerspektrum zu fortschrittlich ist.
Die Benutzung der Portale ist wie bei den Web-Basierten meist kostenfrei. Es fallen in der Regel nur die Kosten fĂŒr eine Datenverbing des Mobilfunkanbieters an. Reine mobile Social Networks sind in Europa (noch) nicht so bekannt. Ein Versuch wird im Moment durch den MĂŒnchener Anbieter GOFRESH [11] mit dem Angebot itsmy.com [12] versucht.

Social Networks mit mobiler Schnittstelle

Viele der bestehenden web-basierten Social Networks bieten mittlerweile eine Schnittstelle fĂŒr Benutzer mit mobilen EndgerĂ€ten an, um am Community Leben teilhaben zu können. So ist es zum Beispiel möglich das mobil aufgenommene Foto direkt in das Netzwerk zu posten. Ebenso sind Feeds abbonierbar, welche Änderungen in den Communities direkt auf das mobile EndgerĂ€t senden. Dazu gehören Änderungen wie z.B.:

  • wer aus der direkten Linie einen neuen Kontakte hat
  • wer Änderungen (Bild, persönliche Angaben) in seinem Profil geĂ€ndert hat
  • wenn ein neuer Eintrag geschrieben wurde (Community Forum, Blog)

Diese Schnittstellen werden teilweise von Mitgliedern der Social Networks selbst geschrieben (z.B. flickr ShouZu [13]) oder von den Seitenbetreibern selbst entwickelt, oder in Auftrag gegeben.

Marktpotential

Beobachtet man die KaufaktivitĂ€ten der großen Suchmaschinen und Diensteanbieter, so stellt man fest, dass insbesondere Social Networks und diese mit mobilem Ansatz von diesen aufgekauft werden. In den USA nutzen bereits 1,9% der Benutzer mobile Social Network Angebote und die Tendenz ist stark steigend. Der sich daraus erschließende Markt hat zur Zeit ein Volumen von etwa $ 600.000.000,-. Durch den Wandel der Gesellschaft wird insbesondere deutlich, dass Kundenwunsch zu mobiler Dienstleistung reel existent ist und sich in den kommenden Jahren weiter durchsetzen wird. Jede Dienstleistung sollte an dem Ort erfahrbar sein können, an dem sich der Benutzer gerade befindet.
Das Werbeangebot ist dann noch besser einzugrenzen. Einmal auf den Ort, an dem sich der Benutzer gerade befindet und zum anderen auf die persönlichen BedĂŒrfnisse des Benutzers. Behavioral Targeting wird dadurch immer wichtiger.
Auch fĂŒr Business Networks wie z.B. XING [14] bieten sich durch den mobilen Ansatz neue Möglichkeiten fĂŒr die Benutzer. So wĂ€re es zum Beispiel möglich zu erkennen, ob sich ggf. in unmittelbarer Umgebung ein potentieller GeschĂ€ftspartner befindet oder eine Fachtagung zu einem bestimmten Thema stattfindet.

Kritikpunkte

Negativ anzumerken ist, dass in den mobilen EndgerĂ€ten die von den Social Networks benutzte AJAX-Technologie nicht immer zuverlĂ€ssig funktioniert und dem mobilen Benutzer möglicherweise nicht alle FunktionialitĂ€t der Plattform angeboten werden kann. Insbesondere gilt dies fĂŒr die Social Networks, welche noch nicht ĂŒber eine mobile Schnittstelle verfĂŒgen (z.B. [15]).
Des Weiteren entstehen ĂŒber die Mobilfunkanbieter noch immer zusĂ€tzliche Kosten, die den Benutzer mobiler EndgerĂ€te hemmen die zur VerfĂŒgung stehenden Angebote unbegrenzt zu nutzen. Einige der realen Social Networks empfehlen ihren Nutzern beim anlegen des Profils, ihre VertrĂ€ge mit den Mobilfunkanbietern fĂŒr die Datenverbindungen zu prĂŒfen und ggf. zu einer Flatrate zu erweitern.

Technologie

Zur Zeit ist im Mobilfunkbereich der 3G Standard aktuell. Er ermöglicht die mobile Datenkommunikation fĂŒr EndgerĂ€te, die Verbindungsprotokolle bis zum UMTS unterstĂŒtzen. Die grĂ¶ĂŸte Geschwindigkeit ist hierbei Ă€hnlich einem stationĂ€ren ISDN-Anschluss. ZukĂŒnftig wird es den Standard 4G geben, welcher WiFi (WLAN-Standard) und Highspeed Verbindungen unterstĂŒtzen soll. In der Bereits in der Entwicklung befindlichen 5G-Technologie soll WiFi durch WiMax (Mirkowellentechnoligie) ersetzt werden. Die ersten Versuche mit 4G lassen erahnen, dass es in Zukunft in der mobilen Kommunikation noch deutliche ZuwĂ€chse (Benutzer, Angebote) geben wird und die stationĂ€re Bindung an einen PC langsam der Vergangenheit angehört.
Dadurch dass es einen Trend gibt, in dem Mobilfunknetzbetreiber nicht mehr lĂ€nger auch die Anbieter fĂŒr die Nutzung der angebotenen Dienste sind und deren Kostenrechnung nicht aufgeht, wird sich deren Rolle mehr auf das KerngeschĂ€ft zurĂŒckbilden. Die kostenfreie Nutzung der Netze durch werbefinanzierte Diensteanbieter wird zunehmen (Quelle: Der Spiegel 50/2007).

Verweise / Links

  1. telephia - research
  2. m:metrics - research
  3. mySpace - web-based social networking
  4. facebook - web-based social networking
  5. bebo - web-based social networking
  6. youtube - web-based social networking
  7. Windows Live Spaces - web-based social networking
  8. Hi5 - web-based social networking
  9. enpresence - real mobile social networking
  10. dodgeball - real mobile social networking
  11. gofresh - social software development
  12. itsmy.com - real mobile social networking
  13. flickr - web-based social networking
  14. XING - business social networking
  15. studiVZ - web-based social networking

Autor: User:Cgr