Suchmaschinenmarketing in der Bankenpraxis

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Inhaltsverzeichnis

Suchmaschinenmarketing: Begriff und Instrumente

Suchmaschinenmarketing ist eine Form der Online-Werbung. Werbetreibende Unternehmen schalten dafür in einer Suchmaschineihre Textanzeigen.

Zu den größten Suchmaschinen zählen derzeit Google mit 87.3 % Marktanteil, Yahoo mit 3.1 % und MSN mit 2.3 % Marktanteil. Wird ein Suchbegriff (Keyword) in der Suchmaschine eingegeben, werden die zur Verfügung stehenden Dokumente nach vorgegebenen Textfragmenten durchsucht. Dabei bleiben Inhalte einer Webseite für Suchmaschine verdeckt: es wird nach Schlagwörter gesucht.

Suchmaschinentreffer und Sponsored Links
Suchmaschinentreffer und Sponsored Links

In Abhängigkeit von dem in den Suchmaschinen eingegebenen Keyword erscheinen bezahlten Textanzeigen (sponsored Links) oberhalb und rechts neben den ermittelten Suchergebnissen (unsponsored Links). Jede Textanzeige verweist auf eine Webseite mit weiterführenden Informationen zu dem Suchbegriff. Aus dem Grund, dass menschliches Auge naturgemäss zuerst obere Textanzeigen sieht, und in manchen Fällen einigen Benutzern glaubwürdiger erscheinen, kämpfen werbende Unternehmen um eine bessere Positionierung ihrer Anzeigen. Suchmaschinenmarketingmaßnahmen helfen, eine Webpräsenz für große Anzahl der Besucher aus unterschiedlichen Zielgruppen schnell auffindbar zu machen und diese Besucher als potentielle Kunden für das Unternehmen zu gewinnen.

Um Webpräsenz schnell auffindbar zu machen, bieten moderne Websuchmaschinen eine breite Palette an den Werkzeugen. Diese lassen sich grob in zwei Gruppen zusammenfassen: Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung (auch SEO genannt, was auf Englisch Searche Engine Optimisation heißt) und alle Formen der Suchmaschinenwerbung. Potenzial für Webauftritte der Finanzdienstleister steckt derzeit in Affiliate Marketing und Branchenverzeichnissen (von Google).


Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Suchmaschinenoptimierung beschäftigt sich in der Regel mit unsponsored Links. Im Rahmen einer Suchmaschinenoptimierung werden Konzepte für Webseiten entwickelt, Webseiten werden suchmaschinenfreundlich programmiert.

Top-Platzierungen in der Ergebnislisten einer Suchmaschine versprechen einen langfristigen Geschäftserfolg im Internet. Für Anbieter bedeutet das besseres Marketing und Kunden-Akquisition. Durch das Ranking mit potenziellen Mitbewerbern führt man bessere online Planung und Marktanalyse durch. Auch kleinere Firmen bekommen durch professionelle Suchmaschinen-Kampagnen die gleichen Chancen wie Top-Level-Anbieter.

Damit die Anzeige in den Ergebnislisten stabil in oberen Positionen erscheint, wird eine Suchmaschinenkampagne mit vielen Suchbegriffen und anderen Webseiteoptimierungsmaßnahmen gestartet. Bevor eine Werbekampagne gestartet wird, soll das Unternehmen den „wahren Wert eines Kunden“ berechnen und die profitablen Kundengruppen für eigene Produkte bestimmen. Man richtet Kampagnen auf solche potenzielle Neukunden aus, die den höchsten Gewinn versprechen. (mehr siehe in "Zwischen Online- und Offline-Kunden")

Normalerweise sind folgende Schnritte für eine erfolgreiche Suchmaschinen-Kampagne notwendig:

  1. Ziel der Kampagne klar definieren. Relevante Keywords je nach Produktportfolio und Marketingzielen zusammenstellen. Keywords sollen allgemeine und spezifische Begriffe abdecken.
  2. Jedes Keyword über eine Webadresse (URL) dem entsprechenden Anzeigetext zuordnen. Der Anzeigetext soll aus einem Titel und einer Beschreibung bestehen.
  3. Gewünschte Position der Trefferliste bestimmen und Gebote für Keywords abgeben.
  4. Online-Kampagne starten, Performance prüfen, optimieren, aktualisieren. Das Know-How der Anbieter bei Bedarf nutzen.
  5. Wenn die vorgesehene Zeit abgelaufen ist, kann Kampagne deaktiviert werden.


Was wird optimiert

Damit die Anzeigen in den oberen Positionen in der Trefferliste erscheinen, sollen folgende Merkmale optimiert werden.

  1. Der HTML Quellcode der Seiten soll optimiert werden.
  2. Die Einstiegsseiten sollen sauber geschrieben werden.
  3. Die Webseiten sollte man in richtige Verzeichnisse eintragen.
  4. Suchmaschinenpflege soll regelmäßig durchgeführt werden.

Suchmaschinenoptimierung bedeutet ein ständiges Eintragen, Prüfen, Ändern, erneutes Eintragen der Webseiten in die relevanten Suchmaschinen. Für eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung gibt es bis jetzt kein fertiges Erfolgsrezept. Solche Optimierung erfordet viel Erfahrung, Kreativität und Phantasie. Suchmaschinenerfolge entstehen nicht über Nacht - sie sind das Ergebnis von durchdachter Strategie und kontinuierlicher Pflege. In der Bankenbranche wird es aktiv nach den Optimierungsverfahren gesucht, um Werbung in den Suchmaschinen effektiver einzuschalten.

Wie wird es gezahlt

Das Pay-Per-Click-Marketing hat sich mittlerweile zu den effizienten Vertriebsinstrumenten für Finanzdienstleister entwickelt. Der Preis für Suchmaschinenwerbung unterscheidet sich von Preis für klassische Werbung. Der Preis für klassische Internetwerbung wird in TKP berechnet. TPK bedeutet „Tausender-Kontakt-Preis“, d.h. der Preis für 1000 erreichte Konsumenten. Der Preis für Suchmaschinenwerbung wird dagegen durch Keyword-Auktionen berechnet. Diese Auktionen bestimmen den Preis pro Klick und den Rang der Anzeige je Suchbegriff. Das Unternehmen gibt das Gebot über den höchsten Preis, den es bereit zu zahlen ist. Dieser Preis wird auch als CPC bezeichnet und bedeutet ein maximum Cost-per-Click. Preis per Klick wird jedes Mal an vorliegende Nachfrage angepasst. Das werbende Unternehmen zahlt nur soviel, wie viel für das Überbieten nächst niedriger Position nötig ist. Zusätzlich wird dazu der Qualitätsfaktor mitberechnet, der durch historische Klickrate der Kampagne bestimmt wird. (Näheres in „Potenziale für Unternehmen im Suchmaschinenmarketing“)

CPC, Vergleich nach Branchen
CPC, Vergleich nach Branchen

Kosten für Suchmaschinenmarketing sind auch für Banken als Akquisitionskosten zu betrachten. Der große Vorteil von diesen Maßnahmen besteht darin, dass man mit einem überschaubaren Aufwand durch Buchung bei großen Suchmaschinenmarketing-Anbietern fast das gesamte deutsche Internet abdecken kann.

Auf Grund der Anzahl der neu erworbenen Bankkunden und der Höhe der erwarteten Erträge wird der Unternehmensgewinn berechnet. Je höher der geplante Erfolg ist, desto größer die Bereitschaft der Finanzdienstleister, höhere Akquisitionskosten pro Kunde zu akzeptieren. Das Mindestgebot liegt je nach Anbieter zwischen 5 und 15 Cent. Kosten per Klick unterschieden sich je nach der Branche, Wortklasse und Zeit. Die höchsten Preise für obere Positionen zahlen derzeit Versicherungen und Banken. (mehr zum Thema Akquisitionskostenberechnung siehe in „Suchmaschinenmarketing im B-to-B“ , Managementkompass)

Da obere Positionen in den Suchergebnislisten stärker wahrgenommen werden und mit höher Wahrscheinlichkeit neue qualifizierte Kundenkontakte bringen, sind sie für Finanzdienstleister auf ersten Blick sehr attraktiv, auch wenn diese Positionen viel kosten. Die werbungstreibende Seite zahlt, wenn der User auf den Link zum Anbieter klickt. Ein Besuch der Webseite ist nicht immer unmittelbar mit der Kaufaktion verbunden. Also kann so ein Kampf für obere Positionen für Banken sehr teuer bis unrentabel werden. Es wird empfohlen, Gebote für oberste Positionen mit Vorsicht abzugeben. Das lohnt sich in solchen Fällen, wenn beispielsweise die Profitabilität der Kunden hoch ist oder der Preis pro Klick auf den obersten Positionen relativ niedrig ist oder die Anzahl der Klicks auf unteren Positionen deutlich abnimmt. (Näheres siehe in „Potenziale für Unternehmen im Suchmaschinenmarketing“, „Optimale Positionierung von Suchwortanzeigen“, „Suchmaschinenmarketing nicht immer profitabel“)

Diese Überlegungen zeigen die Wichtigkeit einer gezielten Ansprache von "auserwählten" Kunden. Denn nur die Kontakte, die zu einer angemessenen Quote von Vertragsabschlüssen führen, sind für die Banken sinnvoll. Die Profitabilität der Ausgabe für Suchmaschinenmarketing ist folglich nur dann garantiert, wenn die Kosten pro einen akquirierten Kunden kleiner sind, als der erwartete Ertrag. Erfolgreiches Suchmaschinenmarketing verlangt eine ständige Erfolgsmessung. Denn der Erfolg der Suchmaschinenkampagnen ist sehr stark von Gebotsverhalten der Konkurrenz und vom Such- und Kaufverhalten der Kunden abhängig.

Suchmaschinenwerbung

Suchmaschinenwerbung ist ebenso ein Mittel des Suchmaschinenmarketings. Prinzipiell wird jede Art der Werbung, die in unterschiedlichen Formen über das Medium Internet verbreitet wird, als Suchmaschinenwerbung bezeichnet.

Grundsätzlich unterscheidet man Paid Inclusion von den Sponsored Links. Mit Paid Inclusion bezeichnet man bezahlte oder kostenlose Aufnahme der Webseite in den Datenbestand einer Suchmaschine/Webkatalog. Sponsored Links sind räumlich und designtechnisch von den allgemeinen Trefferlisten getrennte Anzeigen (adWords bei Google). Position in der Anzeigenliste bezüglich der Suchanfrage wird von werbetreibender Seite gekauft. Solche Anzeigen sind bei den Finanzdienstleister sehr beliebt. Erstens, die Kampagne wird durch maximale Zielgruppengenauigkeit bestens optimiert: nur die Benutzer, die wirklich an dem jeweiligen Thema interessiert sind, sehen ihre Werbung. Zweitens, es wird gezahlt, nur wenn jemand tatsächlich auf den Link zu dem jeweiligen Angebot klickt.


Neben den klassischen Anzeigen auf den Suchmaschinenseiten bietet sich eine Reihe unterschiedlicher Formen der Onlinewerbung, wie zum Beispiel E-Mail-Werbung, Banner-Werbung, Test-Annoncen, Pop-up- und Pop-under-Werbung, Inter- und Prestitials, Site-Branding, Targeting oder Websponsoring. Speziell für den Bankensektor ist das neue Werbeformat Pay-Per-Call interessant. Statt Klicks werden hier qualifizierte Telefonkontakte generiert. Kostenfreie Telefonnummern werden für die beratungsintensive Produkte angezeigt. Das erlaubt den Kunden direkt bei der Bank anzurufen, satt sich auf die Webseite weiter zu klicken.


Auch Internetwerbung bringt viele Vorteile für Marketing in der Bankenbranche. So bietet sich die Möglichkeit, die Reaktion der angesprochenen Verbraucher unmittelbar mit Hilfe der Klickrate zu messen und dadurch Streuverluste zu minimieren. Die Banken geniessen die oben erwähnten Werbungsformen mit großer Vorsicht. Für Finanzdienstleister ist ein seriöser und kompetenter Auftritt sehr wichtig. Internetwerbung wird jedoch oft als lästig und aufdringlich empfunden. Immer wieder werden unterschiedliche Spam- und Contentfilter eingesetzt. Einer Umfrage des TNS Emnid Instituts, i. A. von Mediaedge (siehe "cia untersucht die Akzeptanz von neuen Werbeformen und die Kenntnis von PopUp-Blockern") liefert beispielsweise folgende Zahlen:

  • 40 % der Internetuser fühlen sich durch die Internetwerbung gestört
  • 34 % akzeptieren die Werbung zur Finanzierung der Webseite
  • 20 % der Befragten wurden auf interessante Angebote aufmerksam gemacht

Einsatz von Suchmaschinenmarketing in der Bankenpraxis

Produkte und Zielgruppen der Banken im Suchmaschinenmarketing

Zu den bekanntesten Produkten einer Bank zählen Kreditvergabe, Spareinlagen- und Wertpapierenverwaltung. Unter den Kunden einer Bank unterscheidet man zum einen Privatkunden und Firmenkunden, zum anderen Staaten-, Gebietskörperschaften und Banken.

Product usage in comparison
Product usage in comparison

In der Frage der Suchmaschinenmarketing muss jede Bank feststellen, welche Produkte für welche Kundengruppe über welchen Kanal besser zu verteiben sind. Da das Medium Internet immer verbreiteter wird, wichitg ist die richitge Form für die Produktwerbung zu treffen. Privatkunden machen das Massengeschäft der Banken aus. Im Retail Geschäft werden Kredite und Anlagegeschäfte sowie Zahlungsverkehr standardisiert abgewickelt. Vermögensberatung und –verwaltung der Privatkunden passieren in Rahmen des Private Bankings. Dieser Bereich der privaten Kunden ist mit besonders hohen Kosten für den Vertrieb verbunden. Man versucht diese zu senken durch das Aufbau eines Filialen- und Vertreternetzes und durch das Nutzen des Internets. Bankprodukte im Internet zu vermarkten ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Das liegt schon an der Besonderheit der Bankprodukte: sie werden viel stärker nach den Gesetzen der Kosumgüterindustrie vermarkt. In Deutschland werden Bankprodukte zum Teil als Einzelhandel vertrieben, wie z.B. bei Tchibo, Lidle. Vertrieb der Bankprodukte kann in der Zukunft wichtiges Marktinstrument werden. (siehe mehr in „Banken vernachlässigen Marketing“)

Für Banken bietet das Internet eine Möglichkeit, ihre potenzielle Kunden dort zu erreichen, wo diese sich über Bankprodukte oder Geldanlagen informieren, und sich bei denen vorteilhaft vorzustellen. Suchmaschinenmarketing ist in diesem Sinne ein alternativer Weg, neue Kunden zu informieren und zu gewinnen.

Privatanleger nutzen das Internet, um erste Informationen über aktuelle Dienstleistungsangebote der Banken zu sammeln. Sie besuchen unterschiedliche Finanz-, Aktien-, Börsenseiten sowie auch die Webseiten von Banken und Sparkassen und vergleichen über interaktive Online Tools angebotene Tarife. Aus diesem Grund sorgt jede Bank für Attraktivität und Bekanntheit ihrer Webpräsenz. Hier kommen solche Werbeformen wie Sponsored Links, Werbe-Banner, kontinuierliche Suchmaschinenoptimierung, Webpräsenzgestaltung ins Spiel. Man versucht das Traffic auf eigener Seite zu erhöhen und zu dem Bekanntheitsgrad eigener Marke beizutragen. Die Tendenz zeigt, dass sich viele Interessenten, bevor sie sich für ein Finanzdienstleistungsprodukt entscheiden, an einen Finanzberater direkt wenden.

Dieses Spiel gewinnen die Banken, die nicht nur viel in ihre Werbung und ihr Image investieren, sondern auch genug qualifizierte Berater vor Ort zur Verfügung stellen, die Kontakt zu dem potentiellen Kunden sofort aufnehmen und Diesen für die Bank als dauerhaften Kunden gewinnen. Suchmaschinenmarketing trifft hier die Entscheidung, wie man einen Interessenten überzeugen kann, Kunde der jeweiligen Bank zu werden und welchem Finanzberater der künftige Kunde mehr vertrauen wird oder wie werden bestehende Kundenbeziehungen einer Bank erfolgreich weiter gepflegt.

Adäquate Kommunikation mit verschiedenen Zielgruppen steht dabei im Mittelpunkt. Beispielsweise bietet die Gruppe der „Best-Ager“ (über 50-jährige) ein großes Potenzial für Banken. Für sie gibt es bis jetzt leider nicht genügend auf sie zugeschnittene Finanzprodukte.


Online-Kunden der Banken

Diese Gruppe der Bankenkunden unterscheidet sich in vielen Hinsichten von den Offline-Kunden. Aus den Daten der folgenden Tabelle geht heraus, dass Online-Kunden durchschnittlich junger, besser ausgebildet und etwas wohlhabender als Offline-Kunden sind.

Online-Kunden Offline-Kunden
Alter 40 51
Hauptschulbildung 60 % 82 %
hohe Abschlussnote 37 % 13 %
Handwerker 12 % 18 %
Studenten 20 % 18 %
Einkommen > 3.000 Euro 17 % 13 %
Aktienfonds 32 % 11 %
Aktien 15 % 4 %
Kreditkarte 68 % 29 %


Popularität der Bankrprodukte

Die folgende Tabelle stellt Interesse der Online-Kunden der Interessenintensität der Offline-Kunden gegenüber. Die Punkten wurden nach der Skala von 1 bis 6 vergeben, wobei eine 1 steht für "wenig Interesse" und eine 6 für "sehr interessiert".

Online-Kunden Offline-Kunden
Bankprodukte 3.1 2.5
Investmentfonds oder Aktien 2.6 1.8
Retirement Arrangements 3.2 2.5
Interesse an Direktbanken 14 % 5%
Interesse an Sparkassen 47 % 54 %


Diese Zahlen lassen uns darauf zurückschließen, dass manche Online-Kunden besser informiert und unabhängiger in ihren Entscheidungen sein müssen. Für eine Bank sind Online-Kunden schon auf Grund ihrer Altersstruktur, Produktportfolio und Transaktionsverhalten sehr attraktiv. Nicht desto trotz sind sie diejenigen, die sehr in einer persönlichen Beratung bei der Bank interessiert sind.

Online-Kunden in Direktbanken

Fast alle Direktbanken bieten unter anderen „fortgeschrittenen“ Transaktionsakanälen auch einen Online-Kanal. Dabei ist zu betonen, dass nicht alle Direktbankkunden automatisch zu den Online-Kunden zählen.

Online-Kunden in Retail Banken

Für diese Banken ist das Online-Geschäft von großer Interesse: Online-Kunden haben bessere ökonomische Situation, größeres Interesse an den Bankprodukten und höhere Nachfrage nach komplexeren und sogar riskanten Produkten. Viele von denen benutzen Internet öfters, so entfallen die Kosten für persönlichen Service.

Online-Kunden in Sparkassen

Sie haben viel kleineren Anteil an den Online-Kunden. Das kann ein Effekt der Selbstselektion, der nicht angepassten Marketing Maßnahmen oder der Unanpassbarkeit deren Online-Banking-Einrichtungen sein.

Aktuelle Situation

Um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, nutzen Banken unterschiedliche Vertriebskanäle, wie beispielsweise Filiale, das Call-Center, das Internet oder SB-Automaten. Diese Vertriebskanäle stellen Schnittstellen zur Interaktion zwischen Kunden und einer Bank dar. Diese Kanäle werden nach den kundenbezogenen ökonomischen Zielgrößen der jeweiligen Bank eingesetzt und orientieren sich nach dem so genannten Kundenlebenswert. Dem Ziel des Multi-Kanals-Management folgend, entscheidet jede Bank, über welchen Kanal die Interaktion mit dem Kunden geschehen soll.

World Wide Web ist mittlerweile zu einem Massenmedium geworden. Grund für wachsende Beliebtheit des Mediums sind Unabhängigkeit von den Öffnungszeiten der Filialen, Zeitersparnis und Bequemlichkeit. Um eine kompetente Kundenbegleitung durchgehend zu gewährleisten, wird das Medium Internet immer breiter eingesetzt.

Derzeit suchen Banken nach weiteren Möglichkeiten, ihren Kunden mehr als Informationsdienstleistungen oder einfache Transaktionsleistungen im Internet zu bieten. Heutzutage ist die vertriebliche Nutzung des Internets eine besondere Herausforderung. Interaktive Informations- und Beratungsleistungen, die den Kunden über seinen gesamten Entscheidungs- und Kaufprozess hinweg begleiten, sind von besonderer Bedeutung. Für die einzelnen Kundenprozessschritte im Rahmen des Vertriebsprozesses sind oben erwähnte Vertriebskanäle unterschiedlich gut geeignet. Beispielsweise Suchmaschinenmarketing setzt man gern, um Interessenten in der Anregungsphase als potentielle Kunden zu gewinnen. Durch Suchmaschinenmarketing werden nicht nur bestehende umsatzträchtige und weniger anspruchsvolle aber auch potenzielle neue Kunden gezielt angesprochen. Die Chancen, einen Gelegenheitskäufer anzulocken, der nur wenige Standardprodukte erwirbt und keinen besonderen Service fordert, wachsen und damit auch möglicherweise die Gewinne der Finanzdienstleister.

Auch die Wahl des Kommunikations- und Transaktionskanals hat einen starken Einfluss darauf, wie viel Profit sich mit einem Kunden machen lässt. Wenn der Kunde durch Email angesprochen wird, oder durch eine Suchmaschinenwerbung auf ein Angebot aufmerksam wird und anschließend Online-Banking benutzt, so verursacht er weniger Kosten (keine Produktkataloge per Post, Bankberater investiert weniger Zeit). Das erklärt die aktuelle Tendenz in den Bankengeschäften, möglichst viele Offline-Aktivitäten in digitale Kanäle zu verlagern.

Dieser Wandel verbirgt auch gewisse Nachteile für die Banken, die alles online anbieten: es besteht immer die Gefahr, dass der Kunde zu den Mitbewerbern geht. Außerdem lohnt es sich auch nicht für jeden Kunden, die Kommunikation in digitale Kanäle zu verlagern.


Strategisches Marketing in Banken

Laut der europaweiten Studie des Beratungsunternehmens „Booz Allen Hamilton“ legt derzeit der europäische Banksektor weniger Wert auf das strategische Marketing als andere Branchen. Erst 38 Prozent von Bankinstituten nutzen Marketing als strategischen Hebel für Wachstum und Stärkung der Wettbewerbspositionen. In Deutschland nutzen 60 Prozent der Banken Marketing als rein operatives Instrument und setzten keinen passenden strategischen Marketingplan ein. (siehe "Banken vernachlässigen Marketing")


Tendenz

Trotz der „Booz Allen Hamilton“-Zahlen, wird Online-Banking in Deutschland immer beliebter: von 16 Millionen im Jahr 2005 ist die Zahl der Nutzer des Online-Bankings auf 20 Millionen im Jahr 2006 gestiegen. In dem Jahr 2007 wird ein Zuwachs von einer weiteren Million erwartet.

Mit anderen europäischen Ländern verglichen, steht Deutschland jedoch im Mittelfeld. Aus der Gruppe der 16-bis 74-Jährigen nutzen Online-Banking: 59 % in Niederlanden, 32 % in Deutschland, 9 % in Polen.

In 2008 erwartet man, dass Online-Markting/-Advertising, integrierte Dialog-Marketing-Programme und mobiles Marketing zu den wichtigsten Marketingtrends werden. Folgende Formen des Online-Marketings werden an der Bedeutung gewinnen: Suchmaschinen-Optimierung, Website-Usability, E-Mail-Marketing und Markenführung im Internet. (siehe "Die 7 wichtigsten Marketingtrends 2008")

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man sagen, dass einer der größten Vorteile, der durch das Einsetzten des Suchmaschinenmarketings in Bankenpraxis entsteht, ist der Gewinn neuer Kunden über das Medium Internet und Möglichkeit ihre Vertriebskosten zu senken. Direkte Kundenkommunikation durch Internetlösungen ist ebenso ein Plus für jede Bank. In diesem Zusammenhang verspricht man dem Vertrieb der standardisierten Massenprodukte im Retailbanking über den Einzelhandel große Zukunft. Erfolg für Banken im Retailgeschäft hängt heute davon ab, wie sie Vertriebskosten minimieren, ohne dabei Umsatzzahlen zu schwächen.

Erfolg in der Suchmaschinenoptimierungsverfahren verspricht eine vernünftige Mischung der Suchmaschinenwerbungsarten, kombiniert mit den kontrollierten Einträgen und vorlaufender Suchmaschinenoptimierung, sowie die guten indirekten Einstiegsseiten.

Weblinks und Quellen