Total Costs of Ownership

aus www.iwiki.de, der freien Wissensdatenbank

Total Cost of Ownership (TCO) ist ein Abrechnungsverfahren, das seit Mitte der 80er Jahre von Consultants der Unternehmensberatung Gartner entwickelt wurde. Der Ansatz dient dazu, Verbrauchern und Unternehmen dabei zu helfen, alle anfallenden Kosten von Investitions- gütern (insbesondere in der IT) wie beispielsweise Software und Hardware abzuschätzen. Die Idee dabei ist, eine Abrechnung zu erhalten, die nicht nur die Anschaffungskosten enthält, sondern alle Aspekte der späteren Nutzung (Energiekosten, Reparatur und Wartung) der betreffenden Komponenten. Somit können bekannte Kostentreiber oder auch versteckte Kosten möglicherweise bereits im Vorfeld einer Investitionsentscheidung identifiziert werden. Wichtigste Grundlage für das weitere Verständnis der TCO ist die Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Kosten.

Inhaltsverzeichnis

Direkte (budgetierte) Kosten

Unterteilt werden direkte Kosten nicht in Kostenstellen (wie zum Beispiel Kosten eines IT-Mitarbeiters), sondern in Prozesse, deren Kosten sich grundsätzlich durch Umlage anderer Kostenstellen berechnen lassen können. Typischerweise fallen diese Kosten bei der Beschaffung und Betreuung von IT-Vermögensgegenständen an. Vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt aus kennzeichnen sich direkte Kosten durch ihre Budgetierbarkeit. Somit ist ein nachhaltiger Effekt dieser Kosten, unabhängig davon, ob im positiven oder negativen Sinne, auf den Unternehmenserfolg grundsätzlich nachweisbar.

Direkte Kosten am Beispiel eines Arbeitsplatzrechners

  • Hardware and Softwarekosten: Anschaffungskosten für Hard- und Software (Abschreibungen oder Leasingraten), Kosten aus Wartungsverträgen mit Herstellern oder Dienstleistern und Kosten für IT-Infrastruktur (Netzwerke, Server)
  • Operationskosten: alle Prozesse aus dem Bereich Administration und Support
  • Administrative Kosten: Verwaltungsaufwand (z.B. Asset-Management, Ausarbeitung von Verträgen, Budgetplanung), Koordination von Trainingsmaßnahmen für IT-Personal sowie Endanwender.

Indirekte (nicht budgetierte) Kosten

Indirekte Kosten entstehen nicht aufgrund der Anschaffung oder der Gewährleistung des Betriebes von Investitionsgütern, sondern in Folge unproduktiver Nutzung durch den Endanwender. Dabei handelt es sich immer um Prozesse, Vorgänge oder Situationen, welche den Endanwender in seiner Produktivität hemmen. Da sich diese Vorgänge bei allen Endanwendern unterscheiden können, ist die Messbarkeit eines solchen Vorgangs grundsätzlich problematisch. Umstritten ist jedoch, in welchem Umfang diese Kosten für ein Unternehmen zahlungs- bzw. erfolgswirksam sind, also in Form von Ein- oder Auszahlungen den Cash-Flow berühren. Laut Krcmar betragen diese indirekten oder auch nicht-budgetierten Kosten etwa zwischen 23% und 46% der Gesamtkosten (vgl. Krcmar "Informationsmanagement" 1998, S. 182).

Indirekte Kosten am Beispiel eines Arbeitsplatzrechners

  • Peer Support: Unterstützung eines anderen unbedarften Anwenders, auch „Hey-Joe-Effekt“ genannt
  • Casual Learning and Self-Support: Selbsthilfe und Gelegenheitstraining
  • Formal Learning: Trainingsmaßnahmen zur Schulung des Endanwenders in einer bestimmten Applikation
  • File and Data Management: Datenmanagement, sowie Konfiguration des Desktops
  • Application Development: Entwicklung von eigenen Applikationen (beispielsweise auch Excel-Tabellen uvm.)
  • Downtime: Nicht-Verfügbarkeit des betrachteten Systems (Personalkosten bzw. incl. Kosten für entgangene Geschäftstätigkeiten (Opportunitätskosten))

TCO und Best-Practice-Ansatz

Bei jeder Form der Berechnung sollte beachtet werden, dass es sich um einen so genannten Best-Practice-Ansatz handelt. Im Gegensatz zu vielen anderen Kennzahlen aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften gibt es hierfür noch keine verbindliche Vorschrift, Norm oder Lehrmeinung. Dieser Umstand ist der enormen technischen und organisatorischen Heterogenität der ITK-Branche geschuldet. Folglich existieren für die Berechnung der TCO viele unterschiedliche Konzepte. Ein Benchmark anhand der TCO kann aber immer nur auf Grundlage eines einheitlichen Berechnungsverfahrens möglich sein. Die Methodik der Berechnung beruht meist auf der Eingabe wesentlicher Parameter einer IT-Organisation innerhalb bestimmter Software-Tools, welche mittlerweile von vielen Beratungsunternehmen sowie von Gartner selbst, angeboten werden.

Der TCO steht die TBO (total benefits of ownership) gegenüber, durch die die Durchführbarkeit und die Verbesserung einer Anschaffung bestimmt wird.

Quellen

www.TCOtool.org

Wiki