Web 2.0: was kommt nach dem Hype?

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Der Begriff Web 2.0 wurde von Tim O’Reilly geprägt und beschreibt das neue Verständnis des heutigen Internets.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Im Oktober 2004 wurde der Begriff Web 2.0 erstmals auf der ersten Web-2.0-Konferenz von O’Reilly Verlag geprägt. Das Web 2.0 beinhaltet alte Techniken und Features in einer neuen Erscheinung. Wenn man von Web 1.0 spricht, denkt man an statische Html-Sites, E-Mail-Kommunikation, Shops, Foren und Communities sowie an Websites im klassischen Sinne.

Entwicklung Web 1.0 zu Web 2.0, von O'Reilly Verlag
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Entwicklung Web 1.0 zu Web 2.0, von O'Reilly Verlag

Im Web 2.0 wird keinesfalls neue Internet-Software präsentiert, sondern das Zusammenwirken verschiedener Technologien und sozialer Entwicklung. Die wichtigsten Prinzipien für Web 2.0 wurden von O’Reilly definiert. Dazu gehören das Web als Plattform (z.B. Mash ups), Nutzung gemeinsamer Intelligenz (z.B.Wikis), Daten (z.B. Amazon Produktdatenbank), Abschaffung des Softwarelebenszyklus (z.B. Open Source), Lightweight Programming Models (z.B. Web Services) und Software über die Grenzen einzelner Endgeräte hinaus (z.B. iTunes). All diese Prinzipien definieren das neue Webverständnis und ermöglichen einen Spielraum für neue Techniken.

Technik

Aus technischer Sicht könnte Web 2.0 in drei Bereiche unterteilt werden.

SOA (Service Oriented Architecture)

stellt dem Nutzer themenbezogene Dienste und Funktionalitäten in Form von Services zur Verfügung mit dem Ziel flexibel und wiederverwendbar zu sein. Diese Services können in unterschiedlicher Form abgerufen werden wie beispielweise RSS/Feeds, Mashups oder Web Services.

RSS und Feeds ist ein elektronisches Nachrichtenformat, das dem User ermöglicht Website-Informationen oder Teile davon zu abonnieren, um aktuelle Meldungen zu erhalten. Diese Inhalte werden automatisiert geladen und werden zunächst in Textform präsentiert. Durch das Klicken auf die jeweilige Textnachricht wird man auf die Website mit der Originalnachricht verwiesen (verlinkt).

Der Begriff Mashup, das weitere Schlagwort des Web 2.0 steht für die collageartige Kombination von Daten, Text, Bilder, Töne und Videos. Dabei werden offene Programmierschnittstellen (APIs) eingesetzt, um andere Anwendungen zu integrieren und dem Benutzer zur Verfügung zu stellen. Dadurch ist im Web 2.0 eine Remix-Kultur entstanden, die bestehende Inhalte zu innovativen Diensten macht.

Solche Einbindung von dynamischen Elementen findet man beispielweise bei Google Maps, indem Fotos und Text zu einer Adresse hinzugefügt werden können.


Web Services sind Softwareteile, die auf unterschiedlichen Netzwerkrechnern laufen, aber zu einer Applikation im Internet zusammengestellt werden, um Funktionsaufrufe über das Internet abzuwickeln. Im Web 2.0 erfolgt dies mittels Protokollen wie http und xml. Ein Musterbeispiel für Web Services im Web 2.0 hat Google realisiert. Die Suchmaschine hat API (Programmierschnittstelle) Keys zur Verfügung gestellt, so kann man in der eigenen Webseite verschiedene Services von Google einbinden (Toolbar, Maps). Daten werden an der Schnittstelle von Google übergeben und können weiterverwendet werden.

SOA wird häufig als der Weg zum Web 2.0 beschrieben. Sie bildet die Grundlage für die effektive Nutzung von Web 2.0-Technologien.

RIA (Rich Internet Application)

Unter RIA versteht man eine Menge von Applikationen, die mit innovativen, jedoch keinesfalls unbekannten Techniken wie Flash, Javascript und AJAX realisiert werden. Die wichtigste Voraussetzung für RIAs ist die Interaktion mit dem Benutzer, eine Flash-Animation stellt also keine RIA in diesem Sinne dar. Durch höhere Rechnerleistungen und schnellere Datenübertragungsrate gewinnen solche Applikationen an Mehrwert. Die Funktionen eines Desktops, wie ein User von seinem Rechner gewohnt ist, werden auf die Applikationen angewendet. Der Vorteil ist, dass die Anwendung nicht installiert werden muss und dass der Nutzer selbst den aktiven Part der Applikation übernimmt.

AJAX gilt als besondere Technik zur Realisierung einer Web 2.0-Umgebung. AJAX ist eine Technik der Datenübertragung, die eine Anfrage ausführt, ohne eine Seite neu laden zu müssen. Falls erforderlich können auch Teile solcher Anfragen nachgeladen werden.

Social Web (auch Mitmach-Web)

Ein anderer wichtiger Aspekt für die Web 2.0-Entwicklung ist das „soziale“ Web. Darunter versteht man eine große Anzahl von Internetdiensten, die zur Interaktion und Kommunikation der Menschen untereinander dienen. Dabei werden nicht nur Benutzer miteinander vernetzt, sondern auch Inhalte.

Am Beispiel von Wikipedia ist es ersichtlich wie aus der Vielzahl von kleineren Einträgen eine große vertrauenswürdige Enzyklopädie entstehen kann. Weitere Beispiele sind die Webblogs – eine weitere Form der Informationsverbreitung, die mit Kommentaren und Trackbacks eine Vernetzung zwischen den Blog-Inhalten und deren Verfassern darstellt (Blogosphere). Auch Video-Portale wie YouTube oder MyVideo.de genießen den großen Beliebtheitsgrad bei den Internetnutzern. Das Austauschen von (meist selbstgedrehten) Videos und virales Marketing bestätigen die aktive Beteiligung der User im Internet und sind dem sozialen Bereich des Web 2.0 zuzuschreiben.

Die meisten Anwendungen in diesem Bereich stammen aus den USA und sind hauptsächlich für den englischen Sprachraum ausgerichtet – in Deutschland besteht noch das Problem mit den Kapitalgebern für solche Projekte.

Vergleich mit USA

In Bezug auf Social Web ist aber bemerkbar, dass die Entwicklung des Web 2.0 in Deutschland mit der der USA nicht direkt vergleichbar ist. Eine Stern-Studie von Juni 2007 zeigt, dass in den USA das Gemeinschaftsgefühl im Web stärker ausgeprägt ist als in Deutschland. Fast 50 % der Befragten der stern-Studie aus den USA fühlten sich einer breiten Gemeinschaft von Nutzern angehörig. Dort wird es laut stern mit Web 2.0-Angeboten stärker das Gefühlt vermittelt, sich einen großen Freundeskreis dadurch verschaffen zu können. Weitere Web 2.0-Portale wie Youtube, MySpace und Flickr werden in den USA deutlich häufiger und stärker genutzt als hierzulande.

Vertreter des Web 2.0 in Deutschland

Wie oben erwähnt, stammen die meisten Vertreter aus den USA. Einer der wichtigen Vertreter des Web 2.0 in Deutschland ist das internetbasierten Business-Netzwerk XING. XING verzeichnet über fast 4 Millionen Mitglieder der Gesellschaft (einschließlich der Tochtergesellschaften eConozco und Neurona, Stand: Anfang September 2007, Quelle: http://corporate.xing.com) und ist somit eine der erfolgreichsten Plattformen Deutschlands.

Die Wissensplattform Wikipedia zählt zu den beliebtesten Nachschlagewerken Deutschlands im Internet. Im Jahre 2006 konnte Wikipedia.de täglich ca. 488 Einträge verzeichnen. Sowohl Wikipedia als auch Wikis werden verstärkt in Unternehmen im Rahmen des Wissensmanagements eingesetzt.

Die Studentenplattform StudiVZ verzeichnet mittlerweise über 1 Million von Studenten erstellte Profile. Obwohl die Plattform im November 2006 für schlechte Schlagzeilen wegen Sicherheitslücken sorgte, steigt die Anzahl der Neuankömmlinge bei StudiVZ. Auf der Plattform kann man wie auch bei amerikanischen Vorbildern Facebook, Orkut oder MySpace ein eigenes Profil erstellen, Freunde hinzufügen, Nachrichten verfassen und Bilder als Photoalbum einstellen.

Auch im Bereich der Weblogs zeichnet sich ein Trend für den Web 2.0 in Deutschland. Laut Focus Studie im Mai 2007 schreiben knapp eine Million der Deutschen selbst einen Weblog, über 2 Millionen besuchen Weblogs häufiger. Dies zeigt, dass immer mehr Internet Nutzer in Deutschland sich mit dem Web 2.0 Thema vertraut machen und diese regelmäßig nutzen.

Einsatzbereich des Web 2.0 im Unternehmen

Viele Unternehmen haben die Vorteile und Nutzen des Web 2.0 noch lange nicht erkannt. Meist scheitert der Einsatz von Web 2.0 Techniken an mangelndem Verständnis der Führungskräfte über die Einsatzmöglichkeiten und Chancen des neuen Web-Verständnisses. Die Investoren für den Einsatz bleiben somit aus. Darüber hinaus gibt es weitere Gründe für die ablehnende Haltung der Unternehmen. Viele Firmen haben Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Web 2.0 – Anwendungen, andere befürchten die Kontrolle über die veröffentlichten Inhalte zu verlieren.

Allerdings ist Web 2.0 in einigen Unternehmen zum Teil angekommen. Der Technikeinsatz von AJAX und Mashups wird immer besser verstanden. Somit fällt die Hemmschwelle der Firmen, die Web 2.0 nun unbedenklich einsetzen. Wikis, Blogs und Social-Networking spielen auf vielen Unternehmenswebseiten bereits eine große Rolle. Großunternehmen wie der Konsumgüterkonzern Henkel verknüpfen die klassischen CRM-Systeme mit Web 2.0-Konzepten. Auch der Webauftritt von Henkel wurde um mehrere Web 2.0-Elementen ergänzt. So können Kunden über den Firmenblog über die Produkte diskutieren und ihre Kaufentscheidungen argumentativ begründen. Das auch eher konservativ ausgelegten Unternehmen für den Web 2.0 bereit sind, zeigt auch die Deutsche Bank AG, die in ihrem Info-Center ein Wiki generiert haben, um ihr Wissensmanagement zu fördern.

Kritik und Gefahren

Neben Chancenpotentialen für Unternehmen und Privatperson kann Web 2.0 auch Gefahren in sich tragen.

Meinungen über Unternehmen

Eine große Gefahr, die von den Firmenblogs und Firmenforen ausgeht, sind die Kritiken am Unternehmen, die von den vermeintlichen Kunden eingestellt werden. Noch vor Web 2.0 konnten Käufer ein Beschwerdebrief an das Unternehmen schreiben. Im Web 2.0-Zeitalter kann jeder auf dem Firmenblog seiner Frust freien Lauf lassen. Dies gilt auch für die Konkurrenz. Oft schwärzt die konkurrierende Firma andere Mitbewerber an, um sich selbst am Markt zu behaupten.

Copyright

Am Beispiel Flickr ist es zu sehen, wie leicht es ist eigene Bilder ins Web einzustellen und diese mit den anderen Benutzern zu teilen. Der eine oder der andere hofft dabei auf eine große Chance als Photograph entdeckt zu werden. Das Copyright der Abbildungen bleibt rechtlich nach wie vor bei dem Urheber. Kritisch wird es jedoch, wenn die Bilder an Dritte verkauft oder weitergenutzt werden ohne, dass der Urheber Kenntnis davon trägt.

AJAX beeinträchtigt Usability

Das Zukunftsszenario der AJAX-Anwendungen ist vor allem das intuitive Bedienen des Browsers, wie man es vom eigenen Desktop gewohnt ist. Die Drag&Drop Funktionen erleichtern dem User den Umgang im Web. Dies kann nicht immer der Fall sein. Aus psychologischer Sicht kann der Mensch sich leichter an Dinge gewöhnen, die er bereits kennt. Gesammelte Erfahrungen im Web werden intuitiv angewendet, um schneller und effizienter zu recherchieren. Bei der Anwendung von AJAX kann die Gefahr auftreten, dass die Benutzer die Technik ablehnen werden.

Sicherheitsbedenken

Allgemein bieten Web 2.0-Anwendungen viele Angriffsflächen für gefährliche Angriffe. Verstärkte Interaktivitäten, Einsatz von Javascript und AJAX oder die vielen Websites, die sich auf einer Domain befinden, bieten viel Spielraum für Viren und Würmer. Auch private Daten, Videos und Photos, die bei interaktiven Plattformen wie MySpace oder Facebook von Nutzern eingestellt werden, können auf den User als Person schließen und die gezielte Informationsbeschaffung über die Person unterstützen. Dabei geben Nutzer oft Adressen und private Telefonnummern ins Web ein, die möglicherweise für bestimmte Werbezwecke oder aber auch für kriminelle Handlungen nutzbar werden. Aktivitäten im Social Bookmarking, die eingegebene E-Mail Adresse und gesammelten Datensätze über eine Person, können zu einem Nutzerprofil erstellt werden, die später an Agenturen oder Spammer verkauft werden können.

Wichtig oder unwichtig?

Da durch Web 2.0-Anwendungen jeder Nutzer Inhalte ins Web einstellen kann, wird es allgemein schwierig verfälschte Informationen von Tatsachen zu unterscheiden. Dabei läuft man als Leser Gefahr falsche und belanglose Informationen aufzunehmen und diese gegebenfalls auch noch weiter zu verbreiten. Als Leser verliert man den Überblick, welche die seriösen Quellen und welche als nutzlose Content-Befüllung gelten.

Wisdom of the Crowds

Der Vernetzung der sozialen Interaktion wurde ein besonderes Phänomen beigetragen. Dieses Phänomen, sagen Psychologen, bewirkt dass eine Gruppe schlauer ist, als jeder einzelner Experte. Dies wird deutlich, wenn man das Beispiel von USS Scorpio, eines verschollenes Schiffes im Atlantik, betrachtet. John Craven beauftragte mehrere Wissenschaftler eine Schätzung abzugeben, wo das Schiff positioniert sein könnte. Es hat sich erwiesen, dass der geschätzte Mittelwert aller Tipps der Wissenschaftler präziser war als die Einzelschätzungen. Somit zeigt sich, dass Menschen im Kollektiv mehr leisten können als ein einziger Experte. Dieses Phänomen nennt man Weisheit der Vielen („Wisdom of the Crowds“). (Quelle:Artikel aus sueddeutsche.de) Jedoch ist die "Weisheit von Vielen" mit Vorsicht zu genießen, denn auch hier kann es zur Verfälschung der Tatsachen kommen. Dies wird an einem Beispiel aus dem Unileben deutlich. Eine Professorin der University of Washington Bothell hat ein Projekt ins Leben gerufen, in dem studentische Arbeiten in Wikipedia eingestellt werden sollten, um den Studenten mit der Veröffentlichung einen Anreiz zu geben. Die einzustellenden Arbeiten wurde als überdurchschnittlich bewertet und bei Wikipedia eingereicht. Diese Artikel wurden jedoch bereits nach 24 Stunden von Wikipedia-Editoren gelöscht. Dieses Beispiel zeigt, dass obwohl die Studienarbeiten einwandfrei waren, sie durch die Weisheit der Vielen nicht an die Öffentlichkeit gelangen, da Editoren der Meinung sind, es seien keine „würdigen“ Einträge. (Quelle: Artikel aus chip.de)

Was kommt nach dem Hype?

Nachdem Web 2.0 als Begriff weitgehend bekannt geworden ist, fragen sich Experten was die Weiterentwicklung des Hypes Web 2.0 mit sich bringt. Auf der Internet World Messe in München in einem Kamingespäch im Oktober 2007 wurde viel über Web 3.0 diskutiert. Es gibt derzeit noch keine klaren Definitionen, die den Begriff Web 3.0 ausführlich beschreiben.

Jedoch gibt es bereits einige Ansätze was Web 3.0 in etwa repräsentiert. Beispielsweise soll Web 3.0 eine weitere Generation des Web definieren, die das Internet vom Katalog zum Führer werden lässt. Das Web soll künftig über eine Art künstliche Intelligenz verfügen, die beispielsweise bei der Recherche das menschliche Denken übernehmen könnte(Semantic Web). Die Inhalte und ihre Bedeutungen werden intelligent verknüpft, so dass es möglich sein wird, eine vollständig ausformulierte Frage an eine Suchmaschine zu stellen, die das Problem des Benutzers sofort erkennt.

Semantic Web

Das semantische Web wird das Internet um Daten erweitern, die die Semantik der Inhalte beschreiben. Dies wird an einem Beispiel vom Professor für Informatik an der Freien Universität Berlin veranschaulicht. Wenn man das Wort „Berlin“ als Zeichenfolge eingibt, wird es mit Semantic Web notiert, dass ein Bild im Netz eine Aufnahme der deutschen Stadt zeigt. Diese Aufnahme enthält Verweise auf sogenannte Konzepte „deutsch“, „Stadt“ und „Berlin“. Konzepte sind quasi ein mentales Bild in unserer Vorstellung. So kann keine Verwechslung mehr entstehen und der Begriff wird eindeutig identifiziert.

Problematik und Gefahren

Die größte vermutete Gefahr des Web 3.0 geht von dem Begriff „kollektive Intelligenz“ aus, welche der neue Trend voraussetzt. Zunächst geht die Kritik in Richtung Monopolisierung des Wissens aus, wie es am Beispiel Wikipedia ersichtlich ist. Bei der Eingabe eines beliebigen Begriffs in Google, stammen die meisten Treffer meist von Wikipedia. Dies birgt eine große Gefahr in sich, dass die sogenannte kollektive Intelligenz die Intelligenz und die Individualität des Einzelnen unterdrücken könnte.

Auch im Semantischen Web gibt es noch keine Werkzeuge, die Semantic-Web-Techniken integrieren können. Außerdem wird von Experten vermutet, dass ein durchschnittlicher Internetnutzer zunächst nichts mit der Annotation des Semantic Web anfangen kann. Zudem sollten zu wenige Annotationen insgesamt vorhanden sein, da der Nutzen dieser noch lange nicht bekannt ist.

Chancen im E-Business

Das heutige Web ist reich an Informationen, die mithilfe von Web 2.0 mittlerweile auch durch Privatpersonen erstellt werden. Dies erschwert die Suche relevanter Inhalte. Das Web, wie es heute vorliegt, ist eine unstrukturierte Informationslandschaft. Dem Benutzer ist es selbst überlassen gefundene Informationen zu ordnen und zu interpretieren. Dies soll nun im Web 3.0 eine andere Gestalt annehmen. Es werden Standards und Technologien entwickelt damit die Bewertung und semantische Bedeutung beim Vergleich der gewonnenen Informationen nicht mehr verloren gehen können (Semantic Web). Jedoch wird diese Entwicklung noch einige Zeit andauern, wenn man bedenkt, dass es noch bei der Web 2.0 Anwendungen in einigen Unternehmen an Verständnis fehlt. In der Zwischenzeit sollten die Unternehmen sich auf ihre Nachfrage und ihre persönlichen Bedürfnisse konzentrieren, also auf die Personalisierung der Anwendungen, die seitens Nachfrager sehr erwünscht sind.


"ME-Business"

Der Begriff des ME-Business wurde vom Internetforscher Andreas Weigand definiert. Das E-Business im Web 3.0 soll dem Internetbenutzer (Käufer) die Angebote individuell anpassen. Es wird also künftig für Unternehmen wichtig sein ihre Angebote über Requests zu erfassen, um so nahe wie möglich am Kunden zu sein und ihre Nachfragewünsche zu befriedigen. Dabei tendiert der heutige Angebotsmarkt zum Nachfragemarkt zu werden. Derzeit aktuelles Beispiel ist das Reiseunternehmen Askerus ([1] www.askerus.de), das eine Nachfrage-Plattform ins Leben gerufen hat. Dort kann sich der user über spezielle Suchkriterien Angebote zuschicken lassen.

Fazit

Insgesamt ist zu vermerken, dass der Hype um Web 2.0 noch lange nicht in allen Bereichen des Webs angekommen ist. Vor allem in den Unternehmen in Deutschland wird es noch einige Zeit dauern, bis die Web 2.0 – Anwendungen gezielt und nutzbar eingesetzt werden können. Zudem kann man Web 3.0 eher als Vision oder als Zukunftsvorstellung betrachten, da noch keine Werkzeuge und klare Richtlinien für die Entwicklung und den Einsatz vorhanden sind.

Quellen



Literatur

  • Computerwoche, Ausgabe 42/2207, Artikel: "Wie Unternehmen das Web 2.0 nutzen"


--Irina Kozacenko