Wirtschaftssysteme
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Das Wirtschaftssystem beschreibt die Organisation der Planung und Lenkung der Wirtschaftsprozesse in einem Land.
Ein Wirtschaftssystem beantwortet mehrere Grundfragen zur Wirtschaftsordnung eines Landes. So erschließt sich welche Produkte in welchen Mengen und in welcher Qualität produziert werden sollen. Ein Wirtschaftssystem beantwortet auch die Frage, wer all diese Entscheidungen des Produzierens trifft.
zentrale Planwirtschaft
Die zentrale Planwirtschaft beschreibt ein Wirtschaftssystem, bei der die bestehenden und zu erwartenden Bedürfnisse der Wirtschaftsgüter für eine Planungsperiode zentral analysiert werden. Aus dieser Analyse heraus können die erforderlichen Wirtschaftsgüter zentral im voraus geplant und bereitgestellt werden. Durch die Konzentration auf einer Zentrale ist die Marktmacht bei den Produzenten, da die Betriebe nur die geplanten Güter produzieren und somit eine Art Monopolstellung einnehmen können. Die zentrale Planwirtschaft hat eine gesamtgesellschaftliche Nutzenmaximierung als wirtschaftliche Zielsetzung. Es wird keinen Wert darauf gelegt Gewinn zu erzielen, sondern jeder soll gleich viel von dem erwirtschaftetem haben. Dies drückt sich auch in dem Eigentumsverhältnis der Produktionsmittel aus, die sich in der Hand der Gemeinschaft befinden. Hieraus resultiert das alle Mittel Gemeineigentum sind. Die Gemeineigentümer werden grundsätzlich vom Staat verwaltet, womit er ein allmächtige Stellung innerhalb dieses Systems einnimmt. Der Mensch ist in diesem Sinne dann ein Teil des Ganzen Systems und wirtschaftet nur für dieses System.
Die zentrale Planwirtschaft bringt viele Probleme mit sich die zum Scheitern des Wirtschaftssystems führen. Die Zentralbehörde wird bei der Planung der zu produzierenden Güter überfordert. Denn dies ist in den meisten Betrieben schon problematisch. Die Planung für einen ganzen Staat ist dementsprechend noch aufwändiger und undurchsichtiger, dass es nahezu unmöglich ist. Die Produktionsfaktoren werden in diesem System auch nicht voll ausgeschöpft. Denn die Sollvorgaben der Zentralbehörde sind meist zu niedrig und ermöglichen ein Kapazitätsauslastung. Eine weiteres großes Problem ist die Behinderung des Technischen Fortschritts. Die Weiterentwicklung der Produktionsmittel untersteht der Planungsbehörde und nicht dem Druck der Konkurrenten. Deswegen ist es nicht zwingend notwendig die Produktion zu Verbessern, solange die Planungsvorgaben erfüllt werden.
Marktwirtschaft
Die Marktwirtschaft bezeichnet ein arbeitsteilig organisiertes Wirtschaftsystem, dessen wichtigster Aspekt das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage aus freien Märkten ist. Auf diesen Märkten wird der Preis eines Gutes durch dessen Knappheit bestimmt, dies meint der Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage nach bestimmten Gütern bestimmt auch das Angebot und die Produktion dieser Güter von verschiedenen Produzenten. Die Marktmacht liegt deshalb auf Seite des Käufers. In der Marktwirtschaft befinden sich die Produktionsmittel in privater Hand. Somit versucht jeder eine Gewinnmaximierung für seine Produktionsmitteln an, was in der Summe zu einer Nutzenmaximierung der gesamten Gesellschaft führt. In der Marktwirtschaft ist jeder für sich und seine Mittel selbst verantwortlich, dies führt dazu, das der Staat in dem Wirtschaftssystem keine besondere Rolle spielt.
Eine reine Marktwirtschaft beinhaltet einige Probleme die zum Versagen des Marktes führen können. Öffentliche Güter (Straßenbeleuchtung, Sicherheit) stehen jedem zur Verfügung, aber für die Nutzung wird nicht bezahlt. Diese sind für eine Marktwirtschaft in der Produktion zu aufwendig, denn es kann kein Gewinn daraus erzielt werden. Dies hat zur Folge das sie nicht ausreichend produziert werden, was eine Verringerung des allgemein Nutzens ist. Externe Faktoren, zum Beispiel verschmutze Luft, fließen nicht in das marktwirtschaftliche Preissystem ein. Die Marktwirtschaft bietet keine Anreize zum Umweltschutz, dies mindert die Qualität des Lebens und den Nutzen der Gemeinschaft. Weiter Gründe für das Versagen der Marktwirtschaft sind Konzentrationen der Unternehmen bis zu Monopolstellungen. Somit wären keine freien Märkte für Angebot und Nachfrage mehr vorhanden. Die Marktwirtschaft kann zu einer ungleichen Einkommens- und Vermögensverteilung führen. Dies kann die Motivation der ärmeren Schichten beeinflussen, da sie keinen Ausweg aus ihrer finanziellen Situation sehen könnten.
Soziale Marktwirtschaft
Die Soziale Marktwirtschaft ist das Wirtschaftssystem welches wir seit den 1950er in der Bundesrepublik Deutschland haben. Sie kennzeichnet sich durch einen Ordnungsrahmen aus in dem sich die Marktwirtschaft bewegt. Diese Rahmenbedingungen schreibt der Staat fest und nutzt sie zur Planung und Lenkung der Wirtschaft. Die soziale Marktwirtschaft lässt keine vollständige Konkurrenz zu, sondern eine funktionierende Konkurrenz der Unternehmen. Der Staat hat hier die Aufgabe, das Entstehen von Monopolen zu verhindern und bei zu undurchsichtigen Märkten Transparenz auf dem Markt zu schaffen. Die Zielsetzung in dieser Marktwirtschaft ist auf den Einzelnen bezogen eine Nutzenmaximierung. Gesamtwirtschaftlich sind die Ziele im Stabilitätsgesetz von 1967 festgelegt („magisches Viereck“). Um eine ungleiche Einkommensverteilung zu unterbinden führt der Staat eine Sozial-, Einkommens- und Vermögenspolitik durch. Hier sollen durch Gelder von Wohlhabenden die Bedürftigen unterstützt werden. Für eine gerechte Lohnverteilung gibt es noch eine unabhängige Institution der Gewerkschaften. Sie sind vom Staat unabhängig und handeln mit den Unternehmen die Löhne für ihre Mitglieder in den Unternehmen aus.
Die Bundesrepublik Deutschland unterscheidet vier Grundprinzipien, in denen sich die Kennzeichen wieder finden. Das Wettbewerbsprinzip stellt eine funktionierende Konkurrenz sicher. Das Sozialprinzip regelt den Aufbau der Sozialversicherungen und die Sozialen Hilfen des Staates wie kostenlose Ausbildung oder auch das Bafög. Im konjunkturpolitischen Prinzip sind alle Bedingungen erhalten die ein stetiges Wachstum der Wirtschaft gewährleistet. Der Staat beschränkt sich, nach dem Prinzip der Marktkonformität, auf Maßnahmen, die mit dem jeweiligen Markt übereinstimmen.
